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SWU-Geschäftsführer Klaus Eder

Stadtwerke erreichen wieder die Gewinnzone

Unternehmensgruppe erwirtschaftet 2017 ein Plus von 3,1 Millionen Euro. Produktion und Absatz entwickelten sich gut. Die Restrukturierung trägt Früchte.

Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm haben die roten Zahlen verlassen. Im Geschäftsjahr 2017 erwirtschafteten die 955 Mitarbeiter der Unternehmensgruppe ein Plus von 3,1 Millionen Euro. Abgedeckt sind dabei die Verluste, die aus Wertberichtigungen und der Vermarktung des im Beteiligungskraftwerk Lünen erzeugten Stroms resultieren. 2016 hatte das Geschäftsjahr noch mit einem Fehlbetrag von 9,6 Mio. Euro abgeschlossen. „Unser Ziel war die schwarze Null. Das haben wir geschafft. Und doch haben wir noch große Herausforderungen für die Energie- und Mobilitätswende vor uns“, kommentiert Geschäftsführer Klaus Eder. „Es wird nun darauf ankommen, die Stadtwerke weiter zu entwickeln und von einer festen Grundlage aus in die Geschäfte der Zukunft zu führen“.

Ein witterungsbedingt lebhafter Wärmeabsatz sowie der gute Geschäftsverlauf bei den Energiedienstleistungen zählen zu den Hauptfaktoren für das Wiedererreichen der Gewinnzone im Geschäftsjahr 2017. Anteil an dem erfreulichen Ergebnis haben auch die in den letzten Jahren umgesetzten Maßnahmen zur Restrukturierung. Im Rahmen des Programms „SWU 2025“ wurden zum Beispiel die internen Geschäftsabläufe unter die Lupe genommen. Im Ergebnis konnten in vielen Unternehmensbereichen die Prozesse gestrafft werden. Das schuf Spielraum bei den Kapazitäten, der neuen Geschäftsideen zugute kam. Die Stadtwerke bieten ihr Know-how an technischen Dienstleistungen bereits erfolgreich Unternehmen und Kommunen an. So machen seit Jahresbeginn SWU-Fachleute den Betrieb des Weißenhorner Fernwärmenetzes und kümmern sich um die Energieabrechnung.

Tagesgeschäft erneut sehr stark

Aus dem Tagesgeschäft erwirtschafteten die Stadtwerke vergangenes Jahr 10,5 Millionen Euro. Damit überstieg der operative Gewinn noch einmal den guten Vorjahreswert (10 Mio. Euro). Deutliche Zuwächse meldet der Energieverkauf. Das Plus beim Strom (15 Prozent), Erdgas (22 Prozent) und Fernwärme (10 Prozent) geht auf das Konto des überdurchschnittlich kühlen Jahres 2017, das im Januar/Februar und Dezember recht frostig verlief. Das kalte und gleichzeitig trockene Wetter bildete andererseits eine Hypothek für die Stromerzeugung. Die Wasserkraftwerke lieferten 2017 bei geringer Wasserführung in Donau und Illerkanal eine unterdurchschnittliche Strommenge. Aus Wasserkraft, Photovoltaik und Holz erzeugten SWU-Anlagen in Summe rund 104 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom; dazu addierten sich rund 46 Mio. kWh Strom aus der Kraft-Wärme-Kopplung. Unter dem Strich ging die regionale Stromerzeugung um rund zwölf Prozent zurück.

Die Geschäftsbereiche zeigen ein positives Bild

Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm Netze GmbH lag mit 9,2 Mio. Euro im Plus (Vorjahr: 19 Mio. Euro). Der Rückgang rührt im Wesentlichen von den Netzentgelten her. Für 2016 hatte die Bundesnetzagentur den Stadtwerken höhere Netzentgelte zugestanden, es wurden Nachzahlungen verbucht. Dieser Sondereffekt trat 2017 nicht auf.

Die Tochtergesellschaft SWU Energie erwirtschaftete einen Überschuss von 17,3 Mio. Euro (Vorjahr: 6,2 Mio. Euro). Das Ergebnis deckt 6,8 Mio. Euro Verlust aus der Vermarktung des im Kohlekraftwerk Lünen erzeugten Stroms ab (Verlust 2016: 8,7 Mio. Euro), außerdem eine Wertberichtigung in Höhe von 2,7 Mio. Euro für das Holzgas-Heizkraftwerk Senden. Diese Anlage ist zum Jahresbeginn von einem neuen Besitzer übernommen worden, so dass nunmehr keine Belastungen mehr auftreten werden. Nicht so beim SWU-Beteiligungskraftwerk Lünen. Die Belastungen aus der Vermarktung des Kohlestroms werden sich fortsetzen, weil die Erzeugerpreise immer noch auf niedrigem Niveau schwanken. Ein Ausstieg aus der Betreibergesellschaft TKL steht gleichwohl nicht zur Debatte. „Das zöge für die SWU Kosten nach sich, die die Verluste aus der Stromvermarktung weit übersteigen“, begründet Klaus Eder.

Sparte Telekommunikation legt erneut zu

Wiederum gut entwickelt haben sich 2017 die Sparten Telekommunikation und Verkehr. Die Tochtergesellschaft SWU TeleNet verbesserte ihren Gewinn auf 888.000 Euro, gegenüber 772.000 Euro im Vorjahr. „Es verzinsen sich allmählich die Investitionen, mit denen der Ausbau des Breitbandnetzes vorangetrieben wurde“, freut sich Geschäftsführer Eder. Das unterstreicht der erneute Zuwachs an Internetkunden. Ende 2017 waren es rund 8.400, zwölf Prozent mehr als im Vorjahr. Optimistisch in die Zukunft blickt auch der Geschäftsbereich Verkehr. Die Sparte verzeichnete mit 13,8 Mio. Euro zwar einen höheren Fehlbetrag als im Vorjahr (12,1 Mio. Euro). Doch schlugen 2017 höhere Investitionen zu Buche, zum Beispiel für Busbeschaffungen. Zum anderen war das Vorjahresergebnis durch einen Einmaleffekt begünstigt worden, der von Nachzahlungen aus der Einnahmenverteilung im Nahverkehrsverbund DING herrührte.

186 Millionen Euro Wertschöpfung für die Region

2017 investierte die SWU insgesamt 65,9 Millionen Euro; ein großer Anteil entfällt auf den Straßenbahnbau. Für 41,7 Millionen Euro wurden Aufträge an Unternehmen in der Region vergeben. Die Stadtwerke zahlten 11 Millionen Euro Konzessionsabgaben an Städte und Gemeinden. Betreibern von Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Quellen gewinnen, bezahlte die Stadtwerke-Netzgesellschaft 49,4 Millionen Euro an Einspeisevergütungen. Alles in allem erzeugte die SWU rund 186 Millionen Euro an regionaler Wertschöpfung.

Geschäftsjahr 2017. Die wichtigsten Daten.

Vorjahreszahlen in Klammern

Umsatz: 460 Mio. Euro  (443 Mio.)
Konzernergebnis: 3,1 Mio. Euro plus (9,6 Mio. minus)
Stromverkauf: 1.243 Mio. kWh (1.076 Mio.)
Erdgasverkauf: 1.615 Mio. kWh (1.324 Mio.)
Fernwärmeverkauf: 85,3 Mio. kWh (77,8 Mio.)
Trinkwasserverkauf: 11,3 Mio. Kubikmeter (10,8 Mio.)
Internet und Telefonie: 8.388 Kunden (7.476)
Nahverkehr: 36,7 Mio. Fahrgäste (36,7 Mio.)
Personal zum 31.12.2017: 955 Mitarbeiter (949)
zuzüglich Auszubildende: 48 Auszubildende (43)

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