Zum Inhalt der Seite springen
Unternehmen
Download: Pressebild: Öl in der Weihung

Öl in der Weihung

Stadtwerke untersuchen das Trinkwasser verstärkt nach Kohlenwasserstoffen. Fachlabor führt Analysen über die nächsten acht Wochen fort.

 

Mehrere hundert Liter Heizöl sind am 25. Juli bei Schnürpflingen in die Weihung gelaufen. Die Feuerwehren waren schnell zur Stelle und haben Ölsperren errichtet. Da das Unglück in der Nähe der Wasserschutzzone 2 passiert ist, sind auch die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm auf den Plan gerufen. „Zur Vorsorge lassen wir das im Ulmer Auwald Rote Wand geförderte Trinkwasser von einem Fachlabor auf Kohlenwasserstoffe untersuchen“, sagt Chemiker Sascha Bauer von der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm Netze GmbH.

Die Proben werden aus dem Wasserbehälter des Pumpwerks Donautal in Ulm-Wiblingen gezogen und gehen zur Analyse an das Fachlabor der Landeswasserversorgung Langenau. „Die Proben und Untersuchungen führen wir über die nächsten acht Wochen fort“, so Bauer. Wasserschutzzone 2 heißt: Das Grundwasser gelangt nach mindestens 50 Tagen zu den Brunnen in der Roten Wand. Daher genügt es, in der ersten Zeit das Wasser 1-mal wöchentlich auf die Kohlenwasserstoffe zu untersuchen. „Bislang ist das Trinkwasser nicht auffällig gewesen. Sollte sich das ändern, werden wir in kürzeren Abständen beproben“, sagt Sascha Bauer.

Neuer Weihungsverlauf schützt das Trinkwasser zusätzlich

Die Weihung selbst bedroht das Ulmer Wasserschutzgebiet Rote Wand nicht unmittelbar. Nicht mehr, ist hinzuzufügen: Im Zuge der Arbeiten zum Hochwasserschutz wurde der Fluss 2003 vor der Schutzzone 1, dem engeren Fördergebiet des Ulmer Trinkwassers, umgeleitet und fließt seither nicht mehr an den Brunnen vorbei. Eine richtige Maßnahme, wie sich jetzt nach dem Ölunfall bei Schnürpflingen einmal mehr erweist. Die Weihung wurde damals in Mäandern neu angelegt und hat so den Naturraum in Wiblingen bereichert. Das ökologisch wertvolle Feuchtgebiet im Wiblinger Auwald wiederum blieb auch ohne die Wasser der Weihung erhalten.