Am Ehinger Tor beginnt die nächste sichtbare Phase eines der größten Infrastrukturprojekte im Ulmer Nahverkehr. Nach Abschluss der vorbereitenden Arbeiten startet Ende Juli zunächst der Rückbau der Haltestellenaufbauten und -ausstattung. Anfang August folgt der Abbruch des bestehenden Haltestellendachs. Damit nimmt die umfassende Modernisierung der zentralen Verkehrsdrehscheibe weiter Fahrt auf.
Die Haltestelle Ehinger Tor wird in den kommenden Monaten und Jahren barrierefrei ausgebaut, für längere Straßenbahnen ertüchtigt und gleichzeitig städtebaulich sowie ökologisch aufgewertet. Ziel ist es, eine moderne Haltestelle zu schaffen, die den Anforderungen eines leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehrs gerecht wird und sich gleichzeitig harmonisch in das Stadtbild einfügt.
„Das Ehinger Tor ist einer der wichtigsten Umsteigepunkte im Ulmer Nahverkehr. Mit dem Umbau schaffen wir nicht nur mehr Komfort und Barrierefreiheit für unsere Fahrgäste, sondern gestalten auch einen attraktiven Stadtraum mit deutlich mehr Aufenthaltsqualität und Grünflächen“, sagt Ralf Gummersbach, Geschäftsführer der SWU Verkehr GmbH.
Vom markanten Dach zur offenen Platzgestaltung
Ende Juni 2026 war die bestehende Haltestellenanlage letztmals in ihrer bisherigen Form in Betrieb. Bereits ab dem 21. Juli wurde begonnen, die bestehenden Haltestellenaufbauten einschließlich Wartebereiche, Fahrgastinformationseinrichtungen und weiterer Ausstattung zurückzubauen. Am 1. und 2. August beginnen die vorbereitenden Arbeiten für den Abbruch des markanten Haltestellendaches sowie der Rückbau der Oberleitungsanlagen. Der eigentliche Abbruch des Daches ist für den Zeitraum vom 3. bis 7. August vorgesehen.
Künftig wird die Haltestelle von mehreren, organisch geformten Überdachungen geprägt. In den letzten Monaten haben die Planer auf Anregung aus der Bevölkerung die Dachfläche nochmal vergrößert. So wird nun etwa zwei Drittel der Steigfläche überdacht sein. Zusammen mit den Bäumen ergibt sich eine fast durchgängige Überdachung aus künstlicher und natürlicher Form. Durch den Rückbau des großen Daches rückt das historische Ehinger Tor wieder stärker in den Mittelpunkt und wird besser in die neue Platzgestaltung eingebunden. Ergänzt wird das Konzept durch rund 30 neue Bäume, zusätzliche Grünflächen und entsiegelte Bereiche. Gleichzeitig entstehen barrierefreie Bahnsteige sowie die notwendige Infrastruktur für den Einsatz längerer Straßenbahnen.
Umbau bei laufendem Betrieb
Die Bauarbeiten erfolgen abschnittsweise, sodass die Haltestelle mit Ausnahme einzelner, notwendiger Sperrungen auch während der gesamten Bauzeit weitgehend in Betrieb bleiben kann.
Für die umfangreichen Arbeiten sind während der Sommerferien Einschränkungen im Straßenbahnverkehr erforderlich:
Von Samstag, 1. August (Betriebsbeginn) bis Freitag, 11. September (Betriebsschluss), verkehren die Straßenbahnlinien 1 und 2 im Schienenersatzverkehr. Stadteinwärts werden in diesem Zeitraum alle SWU-Linien über Steig A geführt. Stadtauswärts beziehungsweise in Richtung Westen erfolgt der Ein- und Ausstieg über einen provisorischen Ersatzsteig „E“ in der Neuen Straße auf Höhe des Universum-Centers. An diesem Ersatzsteig halten vorrübergehend auch die Regionalbusse die bisher Steig F bedienen.
Nach dem Dachabbruch beginnen umfangreiche Leitungsarbeiten unterhalb der Gleisanlagen sowie der Rückbau von Steig und Fahrgasse E. Parallel entstehen neue Leitungsquerungen und Fundamente für die künftigen Haltestellenüberdachungen. Ziel ist es, Steig E im Frühjahr 2027 wieder in Betrieb zu nehmen. Anschließend verlagern sich die Arbeiten auf die Bereiche der Steige A und B.
Nach dem Rückbau des Daches folgen schrittweise die Erneuerung der Bahnsteige und Fahrgassen:
- Frühjahr 2027: Inbetriebnahme von Steig und Fahrgasse E
- Sommer 2027: Fertigstellung der Steige und Fahrgassen A und B
- September 2027: Fertigstellung der Steige und Fahrgassen C und D
- Ende 2027: Abschluss der Platzgestaltung und Fertigstellung der Gesamtanlage
Ab dem 12. September werden die Steige A bis D wieder regulär bedient. Lediglich Steig E bleibt bis zu seiner Fertigstellung weiterhin außer Betrieb und wird über den Ersatzsteig abgewickelt.
Die verkehrlichen Einschränkungen während der Sommerferien werden zudem genutzt, um parallel Gleisbauarbeiten im Bereich Donaustadion voranzutreiben. Dort werden unter anderem rund 400 Meter Gleis sowie mehrere Weichen und Gleiskreuzungen erneuert oder neugebaut. So können mehrere umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen gebündelt und die Auswirkungen auf den Straßenbahnbetrieb insgesamt reduziert werden.
Die Maßnahme Haltestellenumbau Ehinger Tor ist eng mit dem städtischen Umbau der Neuen Straße abgestimmt. Nach Abschluss der Arbeiten wird das Ehinger Tor als moderne, barrierefreie und zukunftsfähige Mobilitätsdrehscheibe einen wichtigen Beitrag zur weiteren Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs in Ulm leisten.
Weiterführende Informationen zum Projekt und zu aktuellen Einschränkungen finden Interessierte online unter swu.de/bau-nahverkehr.