Ist die Heizung in die Jahre gekommen oder steht ein Heizungstausch bevor, stellt sich für Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer die Frage, welche Wärmeversorgung künftig die richtige ist und wann Fernwärme in ihrer Straße verfügbar sein könnte. Der aktualisierte SWU-Wärmekompass bietet hierfür eine wichtige Orientierung. Die interaktive Karte zeigt bestehende Wärmenetze und geplante Ausbaugebiete sowie die voraussichtlichen Zeiträume für einen Fernwärmeanschluss.
Ausbauzeiträume neu dargestellt
Der Fernwärmeausbau erfordert eine langfristige und koordinierte Planung. Straßen können nicht beliebig oft für Bauarbeiten geöffnet werden. Deshalb werden Leitungen möglichst gebündelt und ganze Straßenzüge abschnittsweise erschlossen. Für Eigentümerinnen und Eigentümer wird es damit zunehmend wichtig, den vorgesehenen Ausbauzeitraum bei ihrer Heizungsplanung zu berücksichtigen.
Die geplanten Ausbaumaßnahmen sind farblich gekennzeichnet. So ist auf einen Blick erkennbar, ob ein Fernwärmeausbau im Folgejahr, in den nächsten Jahren oder längerfristig vorgesehen ist. Die Zeitangaben entsprechen dem aktuellen Planungsstand. Der aktualisierte Wärmekompass ist unter www.swu.de/waermekompass abrufbar.
Pfuhl: Interessenabfrage für weitere Straßenzüge
Neben Änderungen aufgrund baulicher Gegebenheiten wurde das geplante aber bereits erschlossene Neubaugebiet „Im Eiland“ als Bestandsnetz in den Wärmekompass aufgenommen. Für die angrenzenden Straßenzüge prüft die SWU eine Erweiterung und erfasst hierzu in den kommenden Wochen das Anschlussinteresse der Eigentümer. Ausreichend Nachfrage könnte die Erschließung des angrenzenden Gebäudebestands ermöglichen.
Ulmer Nahwärmegebiete zunächst unverändert
Für die neun Ulmer Nahwärmegebiete der SWU gibt es derzeit keine Änderungen. Die Wärmetransformations- und Netzausbauplanungen werden aktuell erarbeitet. Ergebnisse werden Mitte 2027 erwartet. Je Wärmenetz werden verschiedene klimafreundliche Erzeugungstechnologien und mögliche Netzerweiterungen untersucht.
Wärmewende braucht abgestimmte Lösungen
Die künftige Wärmeversorgung entsteht aus dem Zusammenspiel von Gasnetztransformation, Fernwärmeausbau und dezentralen Wärmelösungen. Diese müssen räumlich und zeitlich aufeinander abgestimmt werden. Während Wasserstoff künftig insbesondere für industrielle Anwendungen relevant sein kann, bietet Fernwärme vor allem in Gebieten mit hoher Wärmedichte und ausreichender Anschlussnachfrage Vorteile. Wo Wärmenetze und Gasnetze unwirtschaftlich sind, kommen dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen zum Einsatz.
Der Ausbau von Wärmenetzen erfordert hohe Investitionen und verbindliche Zusagen, und zwar gleichermaßen von Anschlussnehmern wie auch von Wärmeversorgern. Beide Seiten vermittelt der SWU-Wärmekompass Verbindlichkeit.