Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm schließen das Geschäftsjahr 2025 mit einem Überschuss von 7,3 Millionen Euro ab. Das entspricht einer Gewinnsteigerung von 56 Prozent. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 655 Millionen Euro.
„Das Geschäftsjahr 2025 war für die SWU ein starkes und zugleich herausforderndes Jahr“, bilanziert SWU-Geschäftsführer Klaus Eder. „Trotz hoher Investitionen und eines weiterhin angespannten Energiemarktes haben wir unsere wirtschaftliche Stabilität bewahrt und wichtige Zukunftsprojekte vorangebracht. Gerade bei der Energie-, Wärme- und Mobilitätswende zeigt sich, wie wichtig verlässliche kommunale Infrastrukturunternehmen für die Region sind. Ein besonderes Zeichen war für uns die enorme Resonanz auf die Bürgerbeteiligung an der Photovoltaikanlage im Örlinger Tal. Innerhalb kürzester Zeit wurden Anteile im Wert von 3 Millionen Euro gezeichnet. Das zeigt, dass viele Menschen die Energiewende vor Ort aktiv mitgestalten wollen. Gleichzeitig bleibt die SWU mit inzwischen rund 1.242 Mitarbeitenden ein starker und attraktiver Arbeitgeber für Ulm, Neu-Ulm und die gesamte Region.“
Energiesparte als großer Gewinnbringer
Vor allem die Energiesparte entwickelte sich erneut zur wichtigsten Ergebnisstütze der SWU. Einen wesentlichen Ergebnisbeitrag leistete auch im Jahr 2025 die Vermarktung des Stroms aus den SWU-Erzeugungsanlagen, aber auch die Vermarktung der Mengen aus Erzeugungsanlagen von Dritten als Dienstleister. Bei der Vermarktung kommen unterschiedliche Modelle zum Einsatz. So gibt es beispielsweise mehrjährige Stromabnahmeverträge mit Industriekunden zu festgelegten Mengen und Preisen. Das schafft Planungssicherheit für beide Seiten. Zusätzlich profitierte die SWU im Energieeinkauf von der Entspannung an den Großhandelsmärkten.
Auch die Beteiligungen der Stadtwerke zahlten sich stellenweise deutlich aus. So wurde an die SWU durch die Beteiligung am Gaskraftwerk Hamm 3,7 Millionen Euro ausgeschüttet. Die Beteiligung an der Bayerngas sorgte für Mehreinnahmen von 1,5 Millionen Euro.
Darüber hinaus konnte die SWU starke Kundenzugewinne außerhalb des Kerngebiets verzeichnen. Klaus Eder betont: „Dies ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Angebote der SWU auch überregional konkurrenzfähig und attraktiv sind.“
Öffentlicher Nahverkehr verzeichnet Fahrgastrekord
Der ÖPNV erfreut sich weiterhin stetig wachsender Beliebtheit. Nutzten noch in 2024 41,3 Millionen Fahrgäste Bus und Bahn, waren es in 2025 42,8 Millionen. Für die SWU bedeutet das einen Allzeitrekord. Unverändert bleibt die angespannte wirtschaftliche Lage des Verkehrsbetriebs im Ganzen. Zu geringe Ausgleichszahlungen für das Deutschlandticket und gleichzeitig gestiegene Unterhaltskosten in allen Bereichen, hohe Kraftstoffpreise und Personalkosten belasten die SWU Verkehr weiterhin.
Zeitgleich schreitet die Umrüstung der Fahrzeugflotte auf E-Busse rasant voran. Derzeit fahren von den insgesamt 75 Busfahrzeugen der SWU 14 Fahrzeuge rein elektrisch. Im Lauf des Jahres 2026 werden zudem noch 37 weitere E-Busse geliefert und in Betrieb genommen. Somit wird zum Jahresende mehr als die Hälfte aller Busfahrzeuge der SWU elektrisch unterwegs sein. Insgesamt wurde im Geschäftsjahr 2025 gut 20 Millionen Euro in die Fahrzeugflotte der SWU Verkehr investiert.
SWU TeleNet investiert in die Zukunft
Die SWU TeleNet wird dieses Mal mit einem Minus von 300.000 Euro abschließen. Hauptverantwortlich dafür ist der Bau des neuen Rechenzentrums. Klaus Eder ordnet das Ergebnis ein: „Solche Investitionen sind zunächst belastend aber zahlen sich langfristig aus.“ Die nun laufende Vermarktung der damit bereitgestellten Dienstleistungen wird im laufenden Geschäftsjahr für zusätzliche Gewinne und eine wirtschaftliche Stabilisierung sorgen.
246,1 Millionen Euro Wertschöpfung für die Region
Die Stadtwerke setzen ihre umfassende Investitionsstrategie fort. Im Geschäftsjahr 2025 wurde das Investitionsvolumen abermals auf über 104 Millionen Euro angehoben. Allein 33 Millionen davon wurden für die Instandhaltung und den Ausbau des Stromnetzes verwendet. Auch der Fernwärmeausbau schlug mit 14 Millionen und die Erweiterung des Glasfasernetzes mit 6 Millionen Euro zu Buche. Die Verkehrsinfrastruktur wurde mit 23 Millionen Euro ausgebaut. Insgesamt entstand somit für die Region eine Wertschöpfung von gut 246,1 Millionen Euro.
Geschäftsjahr 2025. Die wichtigsten Daten.
Vorjahreszahlen in Klammern
Umsatz 655 Mio. Euro (674 Mio.)
Konzernergebnis 7,3 Mio. Euro Gewinn (4,7 Mio.)
Stromverkauf 857,8 Mio. kWh (861 Mio.)
Erdgasverkauf 981,8 Mio. kWh (932 Mio.)
Fernwärmeverkauf 106,4 Mio. kWh (96,7 Mio.)
Trinkwasserverkauf 11,8 Mio. Kubikmeter (11,8 Mio.)
Internet und Telefonie 12.343 Kunden * (12.034)
Nahverkehr 42,8 Mio. Fahrgäste (41,3 Mio.)
Personal zum 31.12. 1.242 Beschäftigte ** (1.216)
davon Auszubildende 74 Auszubildende (68)
* die Kundenzahl 2025 ist bereinigt um Testanschlüsse
** gerechnet in Vollzeitstellen