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SWU Verkehr investiert in Betriebshof und Haltestelleninfrastruktur für längere Straßenbahnen.

26.08.2026

Förderung stärkt Ausbau des Ulmer Straßenbahnverkehrs

SWU Verkehr investiert in Betriebshof und Haltestelleninfrastruktur für längere Straßenbahnen.

Anlässlich des Besuchs von Baden-Württembergs Verkehrsministerin Nicole Razavi bei der SWU Verkehr GmbH am 26. August 2026 wurden zwei Förderzusagen für zentrale Infrastrukturprojekte des Ulmer Straßenbahnverkehrs übergeben. Die geförderten Maßnahmen stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der geplanten Verlängerung von 18 Straßenbahnen des Typs Avenio M und schaffen die infrastrukturellen Voraussetzungen für deren künftigen Einsatz.

 

Die SWU Verkehr hatte im Jahr 2024 die Verlängerung der 18 Fahrzeuge beauftragt. Die heute rund 31,5 Meter langen Straßenbahnen werden um zwei Fahrzeugteile erweitert und künftig rund 43 Meter lang sein. Damit steigt die Kapazität von derzeit rund 191 auf 256 Fahrgäste je Fahrzeug. Die ersten verlängerten Bahnen sollen Anfang 2027 in Ulm eintreffen, die weiteren Fahrzeuge folgen sukzessive bis Mitte 2028.

 

Damit die längeren Straßenbahnen eingesetzt, abgestellt und gewartet werden können, wird der Betriebshof der SWU Verkehr entsprechend angepasst. Unter anderem werden Werkstatt- und Abstellbereiche, Gleisanlagen, Arbeitsstände und die Waschanlage für die längeren Fahrzeuge ertüchtigt. Das Investitionsvolumen für diese Maßnahmen beträgt rund 34,4 Millionen Euro. Dafür sind Zuschüsse in Höhe von rund 17,7 Millionen Euro vorgesehen.

 

Auch im bestehenden Straßenbahnnetz sind Anpassungen notwendig. Ein Großteil der Ulmer Haltestellen wurde bereits in der Vergangenheit für längere Fahrzeuge ausgelegt. An den Stationen Ehinger Tor und Donaustadion sind jedoch umfangreichere Umbauten erforderlich. Gleichzeitig werden dort bestehende Defizite bei der Barrierefreiheit beseitigt. Für die Maßnahmen sind Investitionen von insgesamt rund 22 Millionen Euro vorgesehen. Bund und Land fördern das Projekt mit zusammen rund 14,1 Millionen Euro, davon entfallen rund 10,6 Millionen Euro auf den Bund und rund 3,5 Millionen Euro auf das Land. 

 

Insgesamt investiert die SWU Verkehr mit beiden Projekten rund 55,6 Millionen Euro in die Voraussetzungen für den künftigen Einsatz der längeren Straßenbahnen. Die Zuschüsse belaufen sich zusammen auf rund 31,8 Millionen Euro.


Nicole Razavi MdL, Ministerin für Verkehr des Landes Baden-Württemberg, sagte anlässlich des Besuchs: „Der Umbau des Betriebshofs für längere Straßenbahnfahrzeuge in Ulm ist ein wichtiger Schritt, um den ÖPNV in der Stadt zu stärken. Die Verlängerung der Straßenbahnfahrzeuge wird die Kapazitäten des öffentlichen Personennahverkehrs erheblich erhöhen. Ich bin mir bewusst, dass die Finanzierung solcher Projekte eine große Herausforderung darstellt. Deshalb freue ich mich, dass wir die SWU Verkehr als Land bei diesem Vorhaben unterstützen können, indem wir im Rahmen des Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (LGVFG) rund 17,7 Millionen Euro bereitstellen. Dies zeigt, dass wir als verlässlicher Partner an der Seite der Kommunen stehen und bereit sind, in die Zukunft unserer Verkehrsinfrastruktur zu investieren, um die Mobilität und Lebensqualität vor Ort zu verbessern.“

 

Martin Ansbacher, Oberbürgermeister der Stadt Ulm, hob die Bedeutung des Investitionsprojektes hervor: „Die Straßenbahn ist ein zentraler Bestandteil der Mobilität in Ulm. Mit den längeren Fahrzeugen schaffen wir zusätzliche Kapazitäten auf unserem bestehenden Netz und machen zugleich wichtige Haltestellen fit für die Zukunft. Besonders wichtig ist mir, dass mit den Investitionen auch die Barrierefreiheit weiter verbessert wird. Die Förderung ist deshalb eine wichtige Unterstützung für die nachhaltige Entwicklung unserer Stadt.“

 

Auch Katrin Albsteiger, Oberbürgermeisterin der Stadt Neu-Ulm, eröffnete eine weitere Perspektive: „Mobilität endet nicht an der Stadt- oder Landesgrenze. Ulm und Neu-Ulm sind ein gemeinsamer Lebens- und Wirtschaftsraum, und entsprechend müssen wir auch den öffentlichen Nahverkehr denken. Investitionen in ein leistungsfähiges Straßenbahnsystem und zusätzliche Kapazitäten stärken deshalb den gesamten Verkehrsraum. Gerade mit Blick auf die weitere Vernetzung unserer Stadtverkehre ist das ein wichtiges Signal.“

 

Klaus Eder, Geschäftsführer der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm GmbH, zeigte sich dankbar für die Fördergelder: „Der Ausbau eines leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehrs ist mit erheblichen Investitionen verbunden, die über viele Jahre hinweg wirken. Die Förderung durch die öffentliche Hand gibt uns die Möglichkeit, diese Entwicklung konsequent voranzutreiben. Dafür möchte ich mich im Namen der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm bedanken. Die Verlängerung unserer Straßenbahnen und die notwendigen Investitionen in Betriebshof und Haltestellen sind dabei keine Einzelmaßnahmen, sondern Teile einer langfristigen Entwicklung unseres Verkehrsangebots.“

 

Ralf Gummersbach, Geschäftsführer der SWU Verkehr GmbH, betonte: „Mit den längeren Straßenbahnen schaffen wir deutlich mehr Platz für unsere Fahrgäste, ohne dafür die Zahl der Fahrten entsprechend erhöhen zu müssen. Damit diese Fahrzeuge zuverlässig eingesetzt und instandgehalten werden können, müssen wir gleichzeitig die Infrastruktur unseres Betriebshofs anpassen. Die Förderung hilft uns, beide Seiten dieses großen Zukunftsprojekts zusammenzubringen: mehr Kapazität auf der Strecke und die dafür notwendige Infrastruktur im Hintergrund.“

 

Die Straßenbahn bildet bereits heute das Rückgrat des Ulmer Stadtverkehrs. Rund die Hälfte der Fahrgäste im SWU-Netz nutzt die beiden Straßenbahnlinien. Mit den verlängerten Fahrzeugen reagiert die SWU Verkehr auf die hohe Auslastung und schafft zusätzliche Kapazitäten für die weitere Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs.

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