Zum Inhalt der Seite springen
Unternehmen

FAQ Wärme

Fragen zum CO2-Emmissionszertifikathandel

1) Was ist Emissionszertifikathandel?

Emissionshandel ist der Handel mit Rechten zum Ausstoß von Treibhausgasen und ein marktwirtschaftliches Instrument, mit welchem das Klima geschützt werden soll. Die Treibhausgas-Emissionen emissionshandelspflichtiger Anlagen werden auf eine Gesamtmenge begrenzt und in Form handelbarer Rechte (Berechtigungen) ausgegeben. Wer die Luft mit Treibhausgasen belastet, benötigt hierzu Rechte. Je weniger Emissionen, desto wirtschaftlicher ist ein Unternehmen, da weniger Rechte gekauft werden müssen. 
Erreicht ein Unternehmen seine erforderlichen Emissionsreduktionen durch eigene kostengünstige CO2-Minderungsmaßnahmen, kann es nicht benötigte Zertifikate am Markt verkaufen. Alternativ kann es Zertifikate am Markt zukaufen, falls eigene Minderungsmaßnahmen teurer würden.

2) Wo ist der Emissionszertifikathandel geregelt?

Im Januar 2005 wurde der Emissionshandel in der Europäischen Union in Folge des Kyoto-Protokolls eingeführt. Die Vorgaben der Europäischen Kommission sind in Deutschland im Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz (TEHG) in nationales Recht umgesetzt.

3) Was ist das Ziel des Emissionszertifikathandels?

Der Emissionshandel ist eines der flexiblen Instrumente des Kyoto-Protokolls, mit denen die Treibhausgasemissionen nachhaltig gesenkt werden sollen. Die am Kyoto-Protokoll beteiligten Industriestaaten haben sich 1997 verpflichtet, den Ausstoß klimaschädlicher Gase im Zeitraum 2008-2012 um rund 5 Prozent gegenüber 1990 zu senken.
Die Europäische Union hat zugesagt, ihre Emissionen während der Jahre 2008-2012 um acht Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 zu verringern. Das Ziel von Deutschland ist eine Reduktion um insgesamt 21 Prozent klimaschädlicher Gase im Zeitraum 2008-2012 gegenüber dem Jahr 1990.

4) Warum gibt es das bei der SWU?

In Deutschland nehmen derzeit Betreiber von rund 1800 Anlagen am Emissionshandel teil. Es sind insbesondere alle großen Feuerungsanlagen (mit mehr als 20 Megawatt Feuerungswärmeleistung) sowie die größeren Anlagen der energieintensiven Industrie, wie Stahlwerke, Raffinerien und Zementwerke. Die SWU Energie betreibt mit dem Blockheizkraftwerk Neu-Ulm eine emissionshandelspflichtige Anlage, da dessen Feuerungsleistung, mit 33 MW, über dem Grenzwert liegt.

5) Welche Anlagen betrifft es?

Emissionshandelspflichtig ist nur das Blockheizkraftwerk Neu-Ulm mit einer Feuerungsleistung von 33 MW.

6) Gibt es auch Anlagen bei der SWU die es nicht betrifft?

Außer dem Blockheizkraftwerk Neu-Ulm haben alle weiteren Heizkraftwerke und Heizzentralen eine Feuerungsleistung von weniger als 20 MW und sind deshalb nicht verpflichtet am Emissionshandel teilzunehmen.

7) Warum betrifft es nur die Kunden in Neu-Ulm, Senden, Ludwigsfeld und Offenhausen?

Das Blockheizkraftwerk Neu-Ulm und die Holzgasanlage in Senden versorgen das Fernwärmegebiet in Neu-Ulm, Senden, Ludwigsfeld und Offenhausen.

8) Warum ist der Zukauf erforderlich? Geht es nicht ohne Zukauf?

Der derzeitige Anlagenbestand mit Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen und Heizkesseln ist ohne Emissionen nicht zu betreiben, daher ist die SWU gesetzlich zum Erwerb von Emissionsrechten verpflichtet. 

9) Welche Heizkraftwerke und mit welcher Leistung betreibt die SWU?

Die SWU betreibt in Summe Heizkraftwerke und Heizzentralen mit einer Leistung von mehr als 63 MW. Damit kann die SWU den Heizbedarf von ca. 4200 Hausanschlüssen bei einer Auslegungstemperatur von -14°C decken.

Das einzige Heizwerk mit einer Feuerungsleistung von mehr als 20 MW ist das Blockheizkraftwerk Neu-Ulm in der Bradleystraße, das eine Feuerungsleistung von 33 MW besitzt.

Weiterhin betreibt die SWU folgende Heizanlagen:

Heizwerk Ludwigsfeld 11,0 MW
Holzgasanlage Senden 4,5 MW
BHKW Holzgasanlage Senden 1,2 MW
Heizzentrale Offenhausen 3,7 MW
Heizwerk Jungingen 2,6 MW
Heizzentrale Donaustetten 0,6 MW
Heizzentrale Ochsensteige 0,6 MW
Heizzentrale AWO Neu-Ulm 2,4 MW
Heizzentrale Lortzingstraße Senden 0,45 MW
Heizzentrale Böfingen 1,4 MW
Heizwerk Lindenhöhe 1,6 MW
Heizzentrale Einsingen 0,8 MW

10) Wie setzt sich der Emissionspreis zusammen?

Der Emissionspreis ist das Produkt aus der Menge der der SWU nicht kostenfrei zugeteilten CO2-Zertifikate und den börsennotierten CO2-Preisen für die Emission einer Tonne CO2. Die Ermittlung der CO2-Preise basiert auf dem Versteigerungsverfahren für CO2-Emissionsberechtigungen und erfolgt an der Leipziger Strombörse "European Energy Exchange" (EEX).
Für die Berechnung der neuen Preise wird der auf zwei Nachkommastellen kaufmännisch gerundete Mittelwert der veröffentlichten Preise und Indizes aus den dem letzten Quartal vorangegangenen 6 Monaten verwendet. Dies bedeutet, dass die Fernwärmepreise zum Beispiel für das vierte Quartal auf der Basis der Preise und Indizes des ersten und zweiten Quartals bestimmt werden.

11) Sind mit effizienteren Wärmeerzeugungsanlagen weniger Zertifikate notwendig?

Ja, je effizienter eine Wärmeerzeugungsanlage betrieben wird, d.h. je weniger Emissionen eine Anlage pro Nutzenergie erzeugt, umso weniger Zertifikate müssen erworben werden.

12) Wie ist der Stand bei der SWU? Wann werden welche Anlagen effizient?

In fast allen Heizwerken und Heizzentralen betreibt die SWU hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) für die Bereitstellung von Strom und Wärme. KWK-Anlagen wandeln bis zu 90 Prozent des eingesetzten Brennstoffs in nutzbare Energie um und tragen somit zur ressourcenschonenden Energieversorgung bei. Bei der Nutzung des gleichen Brennstoffes verbrauchen KWK-Anlagen bis zu 25 Prozent weniger Primärenergie als neue Anlagen, in denen Strom- und Wärme separat erzeugt werden.
Zur Abdeckung der Spitzenlast an besonders kalten Tagen mit hohem Wärmebedarf werden diese KWK-Anlagen durch Spitzenlastkessel unterstützt. 
In den Heizzentralen AWO in Neu-Ulm und Lortzingstraße in Senden befinden sich derzeit nur gasbefeuerte Kesselanlagen. Aus baulichen Gründen ist an diesen beiden Standorten die Installation von KWK-Anlagen nicht möglich. Jedoch macht die Wärme, die die SWU nicht durch Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt, nur einen geringen Anteil aus.

13) Was haben die Kunden vom Emissionshandel?

Der Emissionshandel ist ein Teil der internationalen Klimaschutzbemühungen um den Klimawandel zu verlangsamen und damit seine Auswirkungen für Menschen und Umwelt in Schranken zu halten. Die Folgen des Klimawandels sind schon heute in den Ökosystemen aller Kontinente und der Ozeane, aber auch in der Gesellschaft und Wirtschaft zu beobachten. Verstärkt sich der Klimawandel in den kommenden Jahrzehnten weiter, nimmt der Hitzestress zu, Extremereignisse werden voraussichtlich häufiger und führen zu stärkeren negativen Folgen für die Gesellschaft und die Ökosysteme.