NEU ab Januar 2012: Umlage nach § 19 Stromnetzentgeltverordnung

Zum 4. August 2011 trat das novellierte Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) in Kraft. In Folge dieser Novelle wurde die Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) dahingehend geändert, dass energieintensive Unternehmen eine Netzentgeltbefreiung erhalten können. Diese Befreiung erfolgt auf Antrag für Unternehmen, die einen jährlichen Stromverbrauch von mehr als 10 Millionen Kilowattstunden und eine Vollbenutzungsstundenzahl von mindestens 7.000 erreichen.

Die Bundesregierung bezweckt mit dieser Maßnahme die wirtschaftspolitische Stärkung Deutschlands als Industriestandort auch für stromintensive Unternehmen. Zur Finanzierung dieser Befreiung hat die Bundesnetzagentur eine Sonderumlage nach § 19 – Absatz 2 – StromNEV eingeführt. Diese neue Umlage wird analog der KWK-Umlage allen Letztverbrauchern berechnet.

Für das Jahr 2012 gelten bundesweit einheitlich folgende Umlagesätze:

0,151 Ct/kWh
für die ersten 100.000 Kilowattstunden pro Jahr je Abnahmestelle

0,050 Ct/kWh
für jede weitere Kilowattstunde pro Jahr je Abnahmestelle

0,025 Ct/kWh
für jede weitere Kilowattstunde pro Jahr je Abnahmestelle, sofern das Unternehmen zum produzierenden Gewerbe gehört und die Stromkosten im vorangegangenen Kalenderjahr 4 % des Umsatzes überstiegen haben (nachweispflichtig)

Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetz und Erhöhung der EEG-Umlage

Der Ausbau der regenerativen Energien wird mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) staatlich gefördert. Die EEG-Umlage wird bundesweit einheitlich an alle Stromverbraucher weitergegeben und ist bisher jedes Jahr gestiegen. Die SWU hat auf die EEG-Umlage und deren Höhe keinen Einfluss.


Für das Jahr 2012 steigt die EEG-Umlage von 3,53 Cent pro Kilowattstunde auf 3,592 Cent pro Kilowattstunde.

Ebenfalls zum 1. Januar 2012 trat die EEG-Novelle in Kraft. Damit ist eine ermäßigte EEG-Umlage schon ab einem jährlichen Stromverbrauch von 1 Million Kilowattstunden möglich und nicht wie bisher erst ab 10 Millionen Kilowattstunden. Ein Anspruch auf Ermäßigung besteht, wenn der Anteil der Stromkosten an der Bruttowertschöpfung 14 % übersteigt. Zu beachten sind die Fristen bei der Antragstellung (jeweils der 30. Juni des aktuellen Jahres für das Folgejahr).

Bei Kunden mit einem Verbrauch von mehr als 10 Millionen Kilowattstunden pro Jahr ist darüber hinaus ein Energiemanagement erforderlich. Näheres zum
Antragsverfahren finden Sie unter www.bafa.de.

Änderung der KWK-Umlage

Mit dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK-G) fördert der Staat die Stromerzeugung
aus Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung. Die Umlage wird zusätzlich zum Netznutzungsentgelt erhoben.

Für das Jahr 2012 gelten bundesweit einheitliche folgende KWK-Umlagesätze:

0,002 Ct/kWh
für die ersten 100.000 Kilowattstunden pro Jahr je Abnahmestelle

0,050 Ct/kWh
für jede weitere Kilowattstunde pro Jahr je Abnahmestelle

0,025 Ct/kWh
für jede weitere Kilowattstunde pro Jahr je Abnahmestelle, sofern das Unternehmen zum produzierenden Gewerbe gehört und die Stromkosten im vorangegangenen Kalenderjahr 4 % des Umsatzes überstiegen haben (nachweispflichtig)

Stromsteuergesetz (StromStG)

Seit dem 1. Januar 2011 erfolgt die Abrechnung des ermäßigten Stromsteuersatzes für das produzierende Gewerbe nicht mehr über den Energieversorger. Betroffene Unternehmen müssen eine Stromsteuerermäßigung direkt beim zuständigen Hauptzollamt beantragen. Weitere Informationen finden Sie auch unter www.zoll.de.

Aktuell wird diskutiert, die Einführung eines Energiemanagements für energieintensive Unternehmen, die eine Ermäßigung der Stromsteuer erhalten wollen, ab 2013 zur Pflicht zu machen.

Energiemanagement (DIN EN 16001 oder ISO 5001)

Die Vorgaben aus DIN EN 16001 (bzw. ISO 50001 als internationale Folgenorm) geben Hinweise darauf, wie ein betriebliches Energiemanagement in Form eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses ausgestaltet sein soll. Diese Normen sind analog der ISO 14001 (Umweltmanagement) aufgebaut. Unternehmen, die die ISO 14001 implementiert haben, können das Energiemanagement darauf aufbauen.

Transparentere Rechnung für SWU-Geschäftskunden

Ab Januar 2012 werden die Strom- und Gasrechnungen für leistungsgemessene SWU-Geschäftskunden mit aktuellen Verträgen noch transparenter. Neben dem Energiepreis werden die weiteren Preisbestandteile einzeln dargestellt (z.B. Arbeitspreis Netznutzung, Konzessionsabgabe, Entgelt für den Messstellenbetrieb).

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Dann nehmen Sie Kontakt zu Ihren Ansprechpartnern auf.

Weitere Informationen zu EEG-, KWK- und §19-Umlage finden Sie auch unter www.eeg-kwk.net.

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Bereich Telekommunikation
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