Unsere Berufsstarter live: Erfahrungsberichte

Leerlauf unbekannt!

Swantje Niemann und Dennis Reichardt machen seit September ihre Ausbildung zur „Fachkraft für den Fahrbetrieb“.

Die eierlegende Wollmilchsau. „Das hören wir öfter in den verschiedenen Arbeitsbereichen, die wir während der Ausbildung durchlaufen“, sagt Swantje Niemann und fügt sogleich hinzu: „Wir empfinden das keineswegs als abwertend“. Denn erstens treffe das die Sache ziemlich genau. „Außerdem werden wir überall sehr gut aufgenommen“. Die 22-Jährige lernt seit September „Fachkraft für den Fahrbetrieb“, kurz FIF. Mit im Boot ist ihr 18 Jahre alter Azubi-Kollege Dennis Reichardt. Die beiden stellen den ersten SWU-Jahrgang eines Ausbildungsberufs, der bundesweit ziemlich neu ist.

Beweglichkeit ist Trumpf

Universell in einem Verkehrsunternehmen einsetzbar, im Kaufmännischen ebenso beschlagen wie im Technischen und ohne Scheu vor dem direkten Kontakt mit dem Kunden. So beschrieb die SWU Verkehr die Anforderungen für die „FIF“-Azubis. „Stimmt“, bestätigt die blonde Swantje, „über mangelnde Abwechslung können wir nicht klagen. Im Schnitt sind wir nicht länger als zwei bis drei Wochen am Stück im selben Arbeitsbereich. Leerlauf kennen wir nicht“. Gerade tut Swantje wieder einmal Dienst im KundenCenter „SWU traffiti“. „Ich bin froh, dass ich bei den Tarifen und Fahrscheinsorten langsam durchsteige“. Schwierig zu erklären sei den Kunden, dass die Buslinie 3 in der Wissenschaftsstadt zur Linie 5 werde und umgekehrt. Mitunter ist Geistesgegenwart gefordert. Wie neulich, als ein Student sie im KundenCenter auf Englisch ansprach. „Das hat mir gut gefallen, so konnte ich spontan meine Sprachkenntnisse aufpolieren“. – „Man muss in jeder Hinsicht beweglich sein, sich rasch umstellen können“, bestätigt Kollege Dennis. Das beginne schon bei den Arbeitszeiten. Im Kunden-Center geht es von 9 bis 18 Uhr, ansonsten von 7 bis 16 Uhr. Dennis und Swantje springen auch immer wieder mal für erkrankte Kollegen ein. Der Einsatzplan kann von heute auf morgen wechseln. „Ohne Kalender gehe ich nirgendwo mehr hin – damit ich nicht vor der falschen Tür stehe“, erklärt Swantje.

Konflikte lösen

Der kaufmännische Part der FIF-Ausbildung beschränkt sich nicht auf den Vertrieb. Gerne erinnern sich Swantje und Dennis an ihre Zeit bei der Gruppe Recht und Versicherungen. Dort kommen die Unfälle im Linienverkehr auf den Tisch. Schäden müssen reguliert und Verschuldensfragen geklärt werden. Worauf kommt es an beim Ausfüllen von Unfallberichten für die Versicherung? Welche Urteile fällen Richter im Fall von Streitigkeiten, wie werden Urteile begründet? „Das war hochspannend“, sind sich die beiden Azubis einig. Wie Konflikte gelöst werden, erlebte Dennis auch bei den Fahrscheinprüfern. „Erstaunlich, was sich manche Fahrgäste an Erklärungen einfallen lassen, wenn sie ohne gültigen Fahrschein angetroffen werden“, schildert er seine Erfahrungen. Ähnlich interessant fand er das Beschwerde-Management. „Damit Fahrgastbeschwerden möglichst schnell beantwortet werden, wurde ein eigenes System entwickelt“. Nicht zu vergessen schließlich die Verkehrsplanung, wo Swantje und Dennis ebenfalls Station machen.

Harter Wintereinsatz im Gleisbau

Der Einblick in Technik und technische Zusammenhänge kommt in der „FIF“-Ausbildung ebenfalls nicht zu kurz. Die Bus- und Tramwerkstatt ist eine unumgängliche Station. Auch harte körperliche Arbeit gehört zur Ausbildung dazu. Beispielsweise im Gleisbau. Im Winter musste Dennis bei Minustemperaturen Eis aus den Weichen kratzen. Angenehmer war es da schon in der Informatik-Abteilung. Dort lernte er das Netzwerk kennen, beseitigte Störungen und baute auch schon einmal einen PC auseinander und wieder zusammen. Der Berufsschulunterricht findet in Ehingen statt. Die Unterrichtsblöcke dauern zwei oder vier Wochen. Die zwanzig Schüler in der FIF-Klasse kommen aus ganz Süddeutschland. Azubis aus Pforzheim, Baden-Baden oder Karlsruhe sind darunter.

Der Busführerschein kommt später

Und wie steht es mit dem Busfahren? Den Personenbeförderungsschein werden Swantje und Dennis im dritten Ausbildungsjahr machen. „Erst im dritten Jahr“, wie Swantje betont. „Wir FIFs sind eben viel mehr als ‚bessere‘ Busfahrer, wie wir manchmal hören“. Der 360-Grad-Blick fordere einen stark, aber man werde belohnt durch viel Abwechslung, heben die beiden Azubis hervor. „Langeweile kam bislang nie auf“, bringt es Swantje auf den Punkt.

Was gab den Ausschlag dafür, ausgerechnet diesen Beruf zu erlernen? „Ich bin erblich vorbelastet“, antwortet Swantje. Ihr Bruder ist Fahrer beim Tochterunternehmen „Schwaben Mobil“, schon ihr Großvater war SWU-Fahrer. Dennoch verlief Swantjes Weg zur SWU Verkehr nicht geradlinig. Erzieherin hat sie ursprünglich gelernt und später im Postdienst gearbeitet. Dennis wiederum kam indirekt über seinen Vater zur SWU Verkehr. „Als Polizist hatte er öfter mit den Stadtwerken zu tun, beispielsweise bei der Protokollierung von Unfällen“.

Präsentationsseminar 2011

Vom 16. bis 23. März 2011 fand das Präsentationsseminar für Azubis der SWU statt.

Am 16.03.2011 und am 23.03.2011 fand das Präsentationsseminar im Sitzungssaal der FUG unter der Leitung von Frau Delfs von der Firma Müller und Partner statt.

Teilgenommen haben die Elektroniker mit Berufskolleg im 3. Lehrjahr sowie alle Industrie und Bürokaufleute des 3. Lehrjahrs. Ziel war es am Ende des Seminars eine Beispielpräsentation über ein Thema seiner Wahl zu halten und dabeialles zu beachten, was man im Laufe des Seminars gelernt hat. Der erste Tag begann mit einer kleinen Selbstpräsentation, wobei die Schwierigkeit darin lag, keine Buchstaben und Zahlen zu verwenden, sondern alles nur durch Zeichnungen darzustellen.

Im Laufe des ersten Tages lernten wir alles was man über eine professionelle Präsentation wissen muss. Unter anderem den richtigen Aufbau, die zeitliche Einteilung und viele andere wichtige Aspekte einer Präsentation. Nach diesem Theorieteil folgte nun wieder die Praxis. Jeder von uns sollte sich ein Präsentationsthema aussuchen, sich darauf vorbereiten und anschließend kurz präsentieren. Am Ende des ersten Tages überlegte sich jeder noch ein Präsentationsthema für den zweiten Präsentationstag, auf welches er sich daheim vorbereiten sollte. Für viele hat es sich angeboten ein Thema zu nehmen, welches man später noch für die Prüfung oder ähnliches weiterverwenden kann. Am zweiten Tag hielt dann jeder seine vorbereitete Präsentation. Im Anschluss an jede Präsentation wurde noch besprochen was man hätte besser machen können und was gut und was schlecht war.

Alles in allem war das Präsentationsseminar ein voller Erfolg. Jeder von uns kann jetzt ohne große Schwierigkeiten eine Präsentation vorbereiten und präsentieren. Nach diesem Seminar wird beim Präsentieren sicher nichts mehr schief gehen.

Philipp Klinger (3. Ausbildungsjahr)

Einführungsseminar in Ottobeuren

Vom 29. September bis zum 1. Oktober fand ein Einführungsseminar für die Techniker vom 2. Lehrjahr und für die Kaufleute vom 1. Lehrjahr statt. 

Uns begleitete Frau Delfs und Frau Fröhlich von Müller und Partner und unsere Ausbildungsleiterin Frau Poleschner.
Als wir an der Jugendherberge angekommen sind, bezogen wir unsere Zimmer und trafen uns anschließend im Seminarraum. Unsere Trainerinnen erklärten uns, was uns die nächsten drei Tage erwartet. Teamwork, Präsentationen und Benehmen im Arbeitsleben standen im Vordergrund. Damit wir uns besser kennenlernten, begannen wir mit einer Vorstellungsrunde. Draußen brachten uns verschiedene Spiele, die zur Teamwork dienten, viel Spaß. Bei einem Spiel teilten wir uns in zwei Gruppen auf und mussten blind ein Zelt aufstellen. Nach einem gemeinsamen Abendessen trafen wir uns draußen und versuchten vergeblich ein Lagerfeuer zu machen. Nach unzähligen Versuchen war jedem klar, dass dies nicht funktionieren wird und deshalb gingen wir in unseren Seminarraum und spielten witzige Spiele.
Am Donnerstagmorgen ging es draußen mit einem Aufwachspiel los, sodass wir danach fit und munter in den Tag starten konnten. Frau Delfs und Frau Fröhlich erklärten uns, auf was es beim Präsentieren ankommt. Danach sollten wir mit Hilfe dieser Tipps eine Präsentation über ein beliebiges Thema vorbereiten. In Kleingruppen stellten wir unsere Präsentationen vor. Die Zuhörer gaben ein Feedback. Nach dem Mittagessen teilten wir uns in Dreiergruppen auf und fuhren mit Herrn Werner und Frau Poleschner in die Stadt. Dort befragten wir verschiedene Firmen über ihre Erfahrungen mit Azubis. Zurück in der Jugendherberge, teilten die Gruppen ihre Ergebnisse den anderen mit. Nach einer gemütlichen Pause mit Kaffee und Kuchen ging es mit dem Thema Stil und Etikette weiter. Wir lernten wie man sich im Arbeitsalltag gegenüber Ausbilder, Kollegen und Chefs zu benehmen hat. Danach lernten wir das DISG-Modell kennen. Mit Hilfe von diesem Modell haben wir gelernt, wir man mit verschiedenen Menschen umgehen kann. Abends fand ein Geschäftsessen statt, bei dem wir die gelernten Regeln vom Nachmittag umsetzen konnten. Alle kamen schick gekleidet. Den Abend ließen wir mit DVD, Tischkick und gemeinsamem Beisammensein ausklingen.
Da am Freitagmittag die Ausbilder kamen, bereiteten wir am Morgen eine Präsentation vor. Verschiedene Themen standen uns zur Auswahl, welche wir uns aufteilten. Danach gingen wir in den Kletterpark, der uns viel Spaß und Überwindung kostete. Schwierige Aufgaben mussten wir im Team lösen, die die anderen amüsierten. Später kamen die Ausbilder dazu und bestaunten unseren Mut. Nachmittags ging es zurück in die Jugendherberge und stellten unsere Präsentation vor. Nach einem schnellen Aufräumen ging es dann nach Hause.

Lorena und Jasmin 

Azubi-Ausflug zur abenteuerlichsten Minigolfanlage Deutschlands

Der diesjährige Azubi-Ausflug führte uns zur abenteuerlichsten Minigolfanlage Deutschlands.

Wir trafen uns um 8:30 Uhr morgens am Nordtor. Es waren wieder alle Azubi´s und Ausbilder vertreten.
Während der Busfahrt gab es Butterbrezeln und Getränke. Als wir ankamen teilten wir uns in 3er Teams auf um einen reibungslosen Spielverlauf zu garantieren. An der Minigolfanlage angekommen erhielten wir eine kurze Anweisung von einem Mitarbeiter. Danach bekam jeder seine Ausrüstung und seinen Durchlaufbogen. Man konnte jede Station frei wählen. Die Stationen hatten unterschiedliche Hindernisse wie z.B. eine Seilbahn mit der der Ball auf einen Hügel transportiert wurde oder eine Geisterbahn in der der Ball durchlief.
Man brauchte ca. 2-3 Stunden für alle Stationen. Als alle Teams fertig waren mit Spielen wartete auf uns schon ein Mittagessen. Es gab Spagetti mit Hackfleischsoße und als Nachtisch ein Eis nach Wahl. Nach dem Essen wurden alle Zettel gesammelt und ausgewertet. Nachdem man noch ca. eine Stunde gemütlich geredet hatte ging es auch schon wieder zurück zu dem Bus. Im Bus fand dann die Siegerehrung statt.
Der Bus war ca. um 17:00 Uhr wieder am Nordtor wo der Ausflug wieder endete. Alles im allem war es ein gelungener Tag, welcher sehr viel Spaß und Zusammenhalt mit sich brachte.
Ich hoffe, dass es nächstes Jahr wieder einen Ausflug geben wird und dass dieser wieder genauso spaßig wird wie dieses Jahr.

Marc-André Wanka (Azubi) 

Erste- Hilfe-Kurs

Am 24. November und 25. November fand ein Erste-Hilfe-Kurs statt. Mit dabei waren Kaufleute und zwei Fachkräfte im Fahrbetrieb  vom 1. Lehrjahr, zwei Techniker vom 2. Lehrjahr, zwei Elektroniker von der SWU und ein Mitarbeiter der FUG. 

Dieser Kurs wurde von Herrn Löffler, ebenfalls Mitarbeiter der SWU,  geleitet.
Zu Beginn erzählte er von seinen Tätigkeiten und Erfahrungen beim Deutschen Roten Kreuz und was uns die nächsten zwei Tage erwarten wird. Danach übten wir die stabile Seitenlage, die am Anfang gar nicht so einfach war, als wir vermuteten. Nach ein bisschen Theorie machten wir uns auf den Weg zur Fuhrparkhalle, wo wir lernten, einen Verletzten aus dem Auto zu ziehen. Dies führten wir in Zweiergruppen durch. Nach einer kurzen Pause zeigte uns der Kursleiter die lebensrettenden Sofortmaßnahmen, wie z.B. die Stabilisierung von gebrochenen Gliedmaßen, die Reanimation (Herzmassage, Mund zu Mund oder Mund zu Nase Beatmung) und Druckverband. Außerdem zeigte uns Herr Löffler erschreckende Bilder von Verbrennungen, die in drei Grade unterteilt waren. Am Ende des Kurses spielten wir einige Fallbeispiele durch. Zu guter Letzt bekamen wir sämtliches Infomaterial. Diese zwei Tage waren sehr hilfreich für uns. Wir hatten viel Spaß und wissen jetzt, wie wir mit einem Verletzten umgehen müssen.

Lorena Beck und Jasmin Fluck (1. Lehrjahr) 

Zwölf Auszubildende starten ins Berufsleben

Ulm, 13. September 2010
Erstmals bilden die Stadtwerke zur Fachkraft im Fahrbetrieb aus.

Zwölf junge Schulabgänger haben jetzt ihre Ausbildung bei den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm begonnen. „Damit konnten wir die Zahl der Ausbildungsplätze aus den Vorjahren halten“, sagte Personalchef Michael Kuhn bei der Begrüßung der „Neuen“.
Ein neuer Ausbildungsgang ist in diesem Jahr dabei. Swantje Niemann (21 Jahre) und Dennis Reichardt (18 Jahre) lernen in den nächsten drei Jahren Fachkraft im Fahrbetrieb. In diesem Beruf bildet das Tochterunternehmen SWU Verkehr erstmals aus. Damit angesprochen ist ein Allrounder in einem Verkehrsunternehmen. In einem breitgefächerten Ausbildungsprogramm werden die Absolventen gleichermaßen technisch und kaufmännisch geschult: Sie beraten Kunden im Fahrkartenverkauf und überwachen den Linienverkehr in der Funkleitstelle; sie lernen Busse und deren Innenleben kennen; und sie setzen sich auch einmal hinters Lenkrad, etwa um in der morgendlichen Rush-Hour einige Kurse mit dem E-Wagen zu fahren, beispielsweise im Schülerverkehr. „In diesem bundesweit relativ neuen Ausbildungsgang kommt der Service-Charakter im Nahverkehr sehr gut zum Ausdruck. Dem tragen wir bei den Stadtwerken Rechnung“, ergänzt Michael Kuhn.

Unter den übrigen Berufsstartern sind ein Industriemechaniker, eine Industriekauffrau, zwei Bürokauffrauen, vier Elektroniker und zwei Anlagenmechaniker für das Gas-, Wasser- und Wärmenetz. Der zuletzt genannte Beruf konnte in den vergangenen Jahren nur schwer besetzt werden. „Ich bin froh, dass wir diese Lücke zum zweiten Mal nacheinander schließen konnten“, so Michael Kuhn.

Rendezvous mit den Ballartisten.

Auf dem SWU-Stand bei der Bildungsmesse war einiges geboten. Die Infos waren im Wortsinn "rund" verpackt.

Was mache ich nach der Schule? Welche Firmen bilden in meinem Wunschberuf aus? Die Ulmer Bildungsmesse hat sich in den letzten Jahren zur Top-Adresse entwickelt für junge Menschen, die vor der Berufswahl stehen. Auf der Messe dabei ist die SWU, das hat schon Tradition.

In der letzten Februarwoche strömten Schüler, Studenten und andere Interessierte wieder in die Donauhalle. Den Besuchern ging es um die allgemeine Berufsorientierung, vor allem aber darum, einzelne Betriebe, deren Ausbilder und Azubis kennenzulernen. Der SWU-Stand war kaum zu übersehen. Schon von weitem leuchtete dem Besucher das riesige blaue Quadrat des SWU-Logos entgegen. Neben der Informationstheke war eine Box aufgebaut, die einer Baustelle nachempfunden war. Darin demonstrierte Alexander Hornung, wie bei der Verlegung von Stromleitungen eine Muffe befestigt wird. Hinter der Muster-Baustelle war ein Basketballkorb mit Freiwurflinie aufgebaut. Das war das Highlight des SWU-Standes. Vor- und nachmittags kamen jeweils zwei Bundesliga-Basketballer von Ratiopharm Ulm auf den Court. So sah man Stars wie John Bryant und Christian Burns einmal ganz aus der Nähe. Radio-7-Reporter Marc Herrmann, Hallensprecher bei den Heimspielen in der Kuhberghalle, moderierte in gewohnt flottem Tempo. Die Basketballspieler ließen die Messebesucher Gewinnspielkarten für ein „Meet-and-Greet“ mit Nationalspieler Per Günter (der ja auch für „SWU NaturStrom“ wirbt) mit anschließendem VIP-Besuch einer Bundesligapartie ausfüllen. Zur „Belohnung“ durften die Besucher auf den Korb werfen. Wer zweimal traf, erhielt eine Freikarte fürs nächste Heimspiel. Wer alle drei Bälle versenkte, bekam zur Freikarte einen blauen Basketball mit SWU-Logo dazu. Begehrt waren natürlich die auch Autogrammkarten.

Das Unterhaltungsprogramm zog zwar viele Besucher auf den SWU-Stand, aber die meisten waren letztendlich zur Information gekommen. Dabei war die gerade noch rechtzeitig gedruckte Ausbildungsbroschüre eine gute Hilfe. Alle aktuellen Ausbildungsgänge werden darin im Detail vorgestellt und Ansprechpartner aufgelistet. Für die Broschüre war ein großes Fotoshooting mit den Azubis organisiert worden. Die Messebesucher konnten sich mit ihren Fragen auch jederzeit an einen der anwesenden Azubis wenden. Und wer sich seiner Sache schon sicher war, konnte gleich seine Bewerbung abgeben. Gefragt waren die SWU-Messegeschenke. Schlüsselbänder, der grüne Schuh als Schlüsselanhänger, Kulis und Traubenzucker fanden guten Absatz. Für uns Azubis war der Standdienst auf der Bildungsmesse eine willkommene Abwechslung. Wir hoffen, dass wir in zwei Jahren wieder dabei sein dürfen.

Marc-André Wanka und Laura Steck (2. Lehrjahr)

Super Abschluss und dann?

Do you speak English?

Auf eine Mittelmeerinsel hatte es Alexandra Weber im letzten September verschlagen. Nicht allein der Sonne wegen.

Irland oder Malta? Zwischen zwei Inseln entscheiden musste sich Alexandra Weber, Angestellte im Vorzimmer bei der Abteilung Planung Netze (N 12). Wer an Urlaubsstress denkt, liegt falsch. Um die richtige Wahl eines Unterrichtsortes nämlich ging es der 24-jährigen Industriekauffrau. Zwei Wochen an einem Englischkurs teilnehmen, das war ihr Ziel. Sie löste damit einen Preis für herausragende Leistungen während der Ausbildung ein.

2008 hatte Alexandra Weber ihre Prüfung zur Industriekauffrau mit der schriftlichen Note 1,5 abgeschlossen, im Mündlichen schaffte sie eine glatte Eins. Mit diesem Notenschnitt wurde sie aufgenommen in das Programm „Begabtenförderung berufliche Bildung“ der IHK Ulm. Das Programm enthält auch einen Sprachkurs. „Fresh up your english“ – der Gedanke begeisterte die frisch gebackene Industriekauffrau spontan. „Bei den Stadtwerken brauche ich Englisch zwar selten, aber genau darum ist es mir wichtig, in der Sprache drinzubleiben. Und wer weiß schon, wohin der weitere Berufsweg führen kann“, erzählt sie. Zum Englischen hatte Alexandra ohnehin eine besondere Beziehung. Bevor sie ihre Lehre bei der SWU begann, jobbte sie einige Zeit im Günzburger Legoland. Dort betreute sie, unter anderem, Kinder in kleinen Workshops. Das Publikum war international, folgerichtig wurde Englisch für Alexandra Weber fast wie eine zweite Sprache.

Stures Pauken war tabu
Die Entscheidung für einen Sprachaufenthalt auf Malta war schnell getroffen. „Im Mittelmeer ist es einfach wärmer und es regnet seltener als im Atlantik am Rand der Tiefdruckgebiete. Ich bin eher ein Sommer-Mensch“. Schließlich spricht nichts dagegen, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Überdies genießen die maltesischen Sprachschulen einen guten Ruf. Englisch ist auf Malta Amts- und Verkehrssprache. Das ist geschichtlich bedingt. 150 Jahre lang wurde die Insel unter britischer Flagge regiert, war Mitglied im „Commonwealth“. 1964 unabhängig geworden, ist Malta heute EU-Mitglied und gehört zur Euro-Zone.

Am „Institute of english language studies“ in dem Küstenstädtchen Sliema („Slima“ ausgesprochen) besuchte Alexandra Weber den Unterricht täglich ab acht Uhr. Die Klasse war international. Schnell hatte sie sich mit Diana aus Spanien und Andjela aus Serbien angefreundet. Stefanie, eine Studentin aus Biberach, und die Arzthelferin Sabine aus München vervollständigten die „deutsche Kolonie“ in der kleinen, achtköpfigen Lerngruppe. Den Unterricht leiteten John aus Schottland und Christina, eine waschechte Malteserin. „Beschreiben Sie Ihre Lieblingsdüfte!“ – Sprechen Sie über ihre Lieblingswörter im Englischen!“. Mit solchen Lehrmethoden, nicht immer streng nach Buch, gelang es den jungen Lehrern, ihre Schützlinge zum Englischsprechen zu bringen – und dabei Wortschatz und Grammatik fast nebenbei zu vertiefen. „Stures Pauken war tabu, alles wurde spielerisch vermittelt und wir machten dadurch große Fortschritte“, so beschreibt Alexandra Weber ihre ganz neuen Erfahrungen als Sprachschülerin. Anfängliche Hemmungen, sich auf Englisch auszudrücken, waren so im Nu verflogen. „Teilweise sprachen auch wir deutschen Mädels untereinander Englisch“.

Atemberaubende Landschaften – und ungewöhnlicher Alltag
Nach dem Unterricht blieb genügend Zeit, die Insel zu erkunden. Zum einen dank des Freizeitprogramms, das die Sprachschule anbot. So traf sich die Gruppe zu einem maltesischen Abend, wo die regionale Spezialität Hasenbraten serviert wurde, oder es wurde ein Ausritt am Strand organisiert. Vieles unternahmen Alexandra und ihre Mitschülerinnen auf eigene Faust. Ein Ausflug führte zur „Blauen Lagune“ auf Camino, einer kleinen Nachbarinsel. „Grünglitzerndes, kristallklares  Wasser, gesäumt von strahlend weißem Strand. Ein Stückchen Paradies“, schwärmt Alexandra Weber noch immer. Es verwundert nicht, dass Malta mit seinen landschaftlichen Schönheiten bei Filmregisseuren bekannt ist. „Popeye“ oder „Der Gladiator“ wurden auf Malta gedreht. Die Unternehmungen in der Gruppe – „wir waren wie eine Familie“ – ließen die Sprachschüler Zugang finden zum maltesischen Alltag. Obwohl britisch geprägt, hat sich Malta viel Eigentümliches bewahrt. Öffentliche Busse gibt es viele und sie fahren in sehr kurzen Takten – doch Haltestellen sucht man oft vergebens. Der Bus hält zumeist da, wo der Fahrgast heftig winkt. Auch mit dem Aussteigen tut sich der Fremde zunächst schwer. „Anfangs suchte ich den Knopf für den Haltewunsch. Bis ich eine abgegriffene Schnur bemerkte, die von der Wagendecke herab baumelte und an der man kräftig ziehen muss, damit der Bus hält“. Die Busse sind, was Alter und Komfort angeht, mit dem Begriff „Oldtimer“ sehr vorteilhaft umschrieben. Dafür ist das Busfahren billig. 47 Cent kostet der Fahrschein, das Geld wird in die bereitgelegte Mütze des Fahrers oder in eine Blechbüchse geworfen. „Malta bietet eine überraschende, bisweilen auch skurrile Mischung zwischen britisch korrekt und südeuropäisch lax“, so erlebte Alexandra Weber die Insel. Was sie als nächstes machen will im Rahmen der IHK-Begabtenförderung – das Programm geht über drei Jahre –, weiß sie noch nicht. „Vielleicht Industriefachwirt oder Management-Assistentin. Mal sehen, was 2010 so bringt“.

Einführungsseminar 2009 im Allgäu.

Am Mittwoch, 30. September 2009, um 07.00 Uhr, ging es los zum Einführungsseminar nach Gunzesried im Allgäu. Mit dabei waren die gewerblichen Azubis aus dem 2. Lehrjahr, die kaufmännischen Azubis des 1. Lehrjahres und die Ausbildungsleiter Frau Poleschner und Herr Werner. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen und eine kleine Stärkung zu uns genommen haben, ging es auch schon los. Als erstes machten wir ein Kennenlernspiel, da wir uns ja noch nicht kannten. Nach dem Mittagessen ging es in den Garten um ein paar Gruppenübungen zum Thema Teamarbeit zu machen. Zu den Übungen gehörten unter anderem blind ein Zelt aufzubauen oder auch blind aus einem Seil ein Stern zu legen. Bei einem leckeren Abendessen ließen wir den Abend ausklingen.  

Nach dem Frühstück am Donnerstag, lernten wir, wie man richtig präsentiert. Dazu gab es einen kleinen Vortrag über das Thema und anschließend sollten wir selbst eine 1-minütige Präsentation über ein Hobby oder ähnliches halten. Um uns zu verbessern, wurde im Anschluss daran besprochen, was gut war und was wir noch verbessern konnten. Am Nachmittag fuhren wir gemeinsam nach Sonthofen, wo wir in kleinen Gruppen die Menschen zum Thema „Etikette und Umgangsformen bei Auszubildenden“ befragen sollten. Wieder auf der Hütte, wurde die Umfrage ausgewertet und nochmals eine Präsentation gemacht. Den Abend haben wir mit viel Spaß bei einem „stilsicheren Geschäftsessen“ à la Hüttenwirt ausklingen lassen.

Nachdem wir am Freitagmorgen  unsere Abschlusspräsentation über die letzten drei Tage vorbereitet haben, gingen wir gemeinsam in den Wald an einen kleinen Fluss, wo wir in zwei Gruppen jeweils eine Seilbrücke bauen sollten. Nach leichten Anlaufschwierigkeiten gelang es uns dann aber doch -mehr oder weniger- die Brücken zu bauen. Diese wurden dann von den Ausbildungsleitern Herren Späth, Häge und Kuhn bestaunt, die extra angereist waren, um zu sehen, was wir in den letzten Tagen gelernt haben. Zurück auf der Hütte wurde dies dann nach einer kleinen Stärkung von uns präsentiert, wir blickten auf die letzen Tage zurück und gaben ein kleines Feedback, bevor wir uns dann müde, aber um einige Erfahrungen reicher auf den Heimweg machten.
                                        
(Sarah Gerstlauer, 1. Ausbildungsjahr)

Kopf hoch! Und lächeln!

Ausbildung einmal anders: Ein Fotoshooting brachte spannende Abwechslung in den Azubi-Alltag.

Schon mal beim Arbeiten fotografiert worden? Nein, natürlich nicht zur Kontrolle. Für einen Tag durften die Azubis in die Rolle eines Models schlüpfen.

Für die Neuauflage der Azubi-Broschüre mussten unbedingt frische Fotos her, die letzte Ausgabe ist immerhin schon einige Jahre alt. Die Broschüre ist gedacht für Bewerber, die sich rund um die SWU und deren Ausbildungsberufe informieren möchten. Für alle kaufmännischen und gewerblichen Auszubildenden hieß es an diesem Dienstag: Kugelschreiber und Werkzeug fallen lassen und für einen Tag Model sein.

Erste Überraschung: Der Fotograf hatte eine Visagistin mitgebracht. Von ihr wurden wir alle professionell geschminkt und zurechtgemacht. Alle! Auch die Jungs. Dazu gab es noch die neuen Azubi-T-Shirts, sozusagen die Modelkleidung. Vormittags wurden typische Szenen geknipst: Am Arbeitsplatz, vor dem PC und der Tastatur, im Kundenservice, bei einer Beratung, am Empfang in der Kundenhalle und im Schulungsraum.

Es wurden Einzelaufnahmen gemacht, aber auch Bilder zu zweit. Der Fotograf gab immer wieder hilfreiche Tipps, damit die Bilder auch gelingen: „Kopf hoch!“- „In die Kamera sehen“ -„Lächeln“. Zwischendurch war auch mal Nachschminken angesagt. Wie bei richtigen Models.

Am Nachmittag kamen die technischen Berufe dran. Mit dem zukünftigen IT-System-Elektroniker Christian Buck wurden Bilder in dem neuen Serverraum gemacht. Danach durften die Industriemechaniker und Elektroniker zeigen, was sie an den Straßenbahnen, Bussen und in der Werkstatt machen. Nach diesem abwechslungsreichen Ausflug in die Modelwelt durften alle am nächsten Tag wieder Bürokauffrau, Industriekauffrau, Elektroniker oder IT-System-Elektroniker sein. Das Feedback der Azubis fiel von allen positiv aus. Das Ergebnis kann in der neuen Azubi-Broschüre betrachtet werden.

Auch dieses Jahr fand für uns Azubis des 2. Lehrjahres die Soziale Woche vom 04.05.2009 – 08.05.2009 statt.

Wir würden behaupten, dass es uns nicht anders ergangen ist, als den Auszubildenden der letzten Jahre. Natürlich kam auch die Frage bei uns auf „Was hat das mit unserer Ausbildung zu tun, warum müssen wir das machen?“ Doch nach dieser Woche waren wir uns einig, sie war eine Bereicherung für uns alle.

Für folgende Einrichtungen haben wir uns entschieden:

  • Dreifaltigkeitshof
  • Donau-Iller-Werkstätten Böfingen
  • Donau-Iller-Werkstätten Jungingen
  • Gustav-Werner-Schule
  • Bahnhofsmission Ulm
  • Sozialpsychiatrische Tagesstätte
  • Zachäus-Nest


Wie man den Einrichtungen nach erkennen kann, hatten wir viele verschiedene Aufgaben,
wie z. B.

  • Unterstützung von älteren oder behinderten Menschen im täglichen Leben
  • spielen mit integrationsschwachen Kindern
  • spielen und lernen mit behinderten Kindern
  • älteren, sozial schwachen und hilfsbedürftige Menschen im Alltag helfen
  • Menschen mit psychischen Problemen helfen


Ziel dieser Woche war es, sozial schwachen und behinderten Menschen zu helfen und diese zu unterstützen. In diesen Tagen tauchten wir in eine komplett andere Welt ein und uns wurde vielleicht auch bewusst, was für ein beschwerdeloses Leben wir führen dürfen. Jetzt können wir sagen, dass wir nach dieser Woche sehr begeistert waren, da wir auch sehr viele neue Erfahrungen gesammelt haben.

Nadine Schön und Nadine Dürr

Vierzehn Auszubildende starten ins Berufsleben. Erstmals Ausbildungsplätze nach dem "Ulmer Modell".

Vor wenigen Tagen begannen vierzehn junge Schulabgänger ihre Ausbildung bei den Stadtwerken. „Damit konnten wir die Ausbildungszahl gegenüber dem Vorjahr sogar etwas erhöhen“, freute sich Geschäftsführer Matthias Berz bei der Begrüßung der „Neuen“. Zwei der Azubis sind Studenten. Flavius Mews und Andreas Häge studieren im „Ulmer Modell“ Nachrichtentechnik und Industrie-elektronik. Das „Ulmer Modell“ verbindet Betriebspraxis und Studium und führt zu zwei Abschlüssen. In dreieinhalb Jahren Studien- beziehungsweise Lehrzeit machen die Absolventen einen Abschluss als Facharbeiter und erwerben zusätzlich den Bachelor.

Der jüngste Berufsstarter ist der 15-jährige Lucas Friedrich, der den Beruf zum Anlagenmechaniker Einsatzgebiet Rohrsystemtechnik erlernt. Mit ihm bereitet sich noch der 16-jährige Ingo Barabas auf den Einsatz als Anlagenmechaniker vor. Personalleiter Michael Kuhn betonte: „Ich bin erleichtert, dass wir die in diesem Ausbildungsberuf entstandene Lücke wieder schließen konnten“.
Außerdem bildet die SWU zum Elektroniker für Betriebstechnik (mit und ohne Berufskolleg), Kraftfahrzeugmechatroniker, Industriemechaniker, Industriekaufmann/-frau und Bürokaufmann/-frau aus.

Fotos von unseren AZUBIS:

Der diesjährige Azubi-Ausflug stand unter dem Motto: Sommer, Sonne, Wasser.

Um 08:30 Uhr wurden wir von einem „Bus“ am Nordtor an den Gundelfinger See chauffiert. Dort stärkten wir uns zunächst mit Wurst- und Käsesemmel. Anhand eines Videos wurde uns das richtige Verhalten mit den Wasserski, bzw. Wakeboard nahegebracht. Nachdem sich alle umgezogen hatten, legten wir uns Schwimmwesten zur Sicherheit an. Die Besitzerin der Anlage demonstrierte noch ein letztes Mal, wie ein erfolgreicher Start gelingen kann, das allerdings nicht so einfach umzusetzen war. Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnten fast alle nicht mehr genug vom kühlen Nass bekommen. Nach zwei Stunden Power-Wassersport wurden wir mit Würstchen und Steak verwöhnt. Zum Abschluss genossen wir noch die Sonne auf der schönen Seewiese, bevor wir die Rückfahrt antraten. Trotz Sonnenbrand, bei den einen mehr oder weniger, war es ein unvergesslicher Tag und hat uns allen sehr viel Spaß gemacht.

Eindrücke von unserem Azubi-Ausflug:

Carolin berichtet über die Wahlen für das Amt der Jugend- und Auszubildendenvertretung bei der SWU. Alle zwei Jahre wird gewählt:

Im November trafen sich die Azubis zu ihrer diesjährigen Versammlung. Auf der Tagesordnung ganz oben standen zwei Themen: die Neuwahl der Vertreter zur Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) und die Auszeichnung der Azubis, die ihre Ausbildung mit sehr guten Noten beendet haben. Die Wahlen für das Amt der JAV finden alle zwei Jahre statt. Da die aktuelle Anzahl der Azubis unter 51 liegt, besteht das neue Gremium laut Betriebsverfassungsgesetz nur noch aus drei Azubis. Da das vorläufige Wahlergebnis rechtzeitig vor der Versammlung feststand, wurde die Bekanntgabe kurzfristig auf die Tagesordnung gesetzt. Die Spannung war den „JAV-Anwärtern“ sichtlich ins Gesicht geschrieben. Volker Graze, der Vorsitzende des Wahlvorstandes, erlöste sie, indem er die Namen des künftigen Gremiums präsentierte. Gewählt wurden Carolin Sedler (20 Stimmen), Sarah Striegl (17 Stimmen) und Philipp Paetsch (12 Stimmen). Philipp hatte sich erst im Losentscheid durchgesetzt, denn er war auf die exakt dieselbe Stimmenzahl gekommen wie der nächstbeste Bewerber. Ersatzmitglieder im neugewählten JAV-Gremium sind Philipp Mokosch und David Häußler.

„Das vergangene Jahr…“

Anschließend gaben Alexandra Weber und Julian Alex einen kleinen Überblick über die zwei Jahre ihrer Amtszeit. 150 Jahre Gas, das Mitarbeiterfest und der Tag der offenen Tür waren ein Thema. Zudem berichtete Sarah Striegl über die soziale Woche, an der die Azubis vom jetzigen 3. Lehrjahr im Frühjahr 2008 teilgenommen hatten. Anschließend ging ein Dank an Friedrich Kohler, der sein Amt als Ausbilder (IT-Systemelektroniker) bei der SWU TeleNet an Hans-Jörg Häge übergab. Krönender Abschluss der Versammlung war die Ehrung der Preisträger, die ihre Ausbildung mit Bestnoten beendet haben. Geschäftsführer Matthias Berz überreichte den anwesenden Preisträgern Stefanie Laib, Alexandra Weber und Jochen Scherer den Bildband „Vernetzte Welt.“ Zu den Preisträgern zählte ferner Franziska Braun, die aber zur Versammlung nicht kommen konnte. Matthias Berz hatte weitere erfreuliche Nachrichten: „Es sieht gut aus, dass wir acht Azubis weiterbeschäftigen können“. Die übrigen „fertigen“ Azubis haben andere Pläne: Zwei wechseln zu anderen Unternehmen und vier gehen zum Studieren. Mit einem guten Zukunftsgedanken: „Paten für Azubis – direkter Ansprechpartner in Abteilungen“ beendete die scheidende JAV-Vorsitzende Alexandra Weber die Versammlung. Und wer wollte, erhielt die frische Ausgabe der Azubi-Zeitung „Guckloch“ gegen einen kleinen Unkostenbeitrag.

Carolin Sedler (derzeit S 4)

Stichwort: JAV

Rechte

  • Entsendet einen Vertreter zu den regelmäßig stattfindenden Betriebsratssitzungen.
  • Bei Fragen, die die Azubis direkt betreffen, sind alle drei JAV Mitglieder an den Sitzungen anwesend.
  • Nimmt an Besprechungen zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber teil.
  • Beruft die jährlich stattfindende Jugend- und Auszubildendenversammlung ein.
  • Nimmt an erforderlichen Schulungen und Seminaren teil.


Aufgaben

  • Arbeitet eng mit dem Betriebsrat zusammen.
  • Nimmt die Belange der Azubis wahr.
  • Überwacht Gesetze, Vorschriften und Tarifverträge.
  • Trägt Anregungen der Azubis an den Betriebsrat heran.
  • Versucht Probleme der Azubis zu lösen.

Mathias hat eine Ausbildung als Elektroniker für Betriebstechnik mit Berufskolleg hinter sich und studiert jetzt an der Hochschule Ulm Industrieelektronik. Dennoch ist er weiterhin als Werksstudent bei der SWU tätig:

Der frisch ausgelernte 19-jährige Elektroniker für Betriebstechnik hat doch noch nicht ausgelernt. Direkt nach der Lehre hat er an der Hochschule Ulm ein Studium in Industrieelektronik begonnen. Auch als Student bleibt Mathias der SWU eng verbunden. „Kontakt“ sprach mit ihm.

Kontakt:
Mathias, viele in deinem Alter wollen nach der Ausbildung erst mal ein paar Jahre in ihrem erlernten Beruf etwas Geld verdienen. Wie kam es dazu, dass du dich direkt nach der Ausbildung für ein Studium entschieden hast?
Mathias: Da ich schon in der Ausbildung keine schlechten Noten hatte, war es für mich klar, dass ich in dieser Richtung weitermache. Durch die Fachhochschulreife, die ich im Zusammenhang mit meiner Ausbildung erworben habe, war es mir möglich, direkt im Anschluss zu studieren. Außerdem haben sich auch einige aus meiner Berufsschulklasse fürs Studieren entschieden und so konnten wir als Gruppe weitermachen.

Kontakt: Warum hast du dich gerade für eine Kooperation mit der SWU entschieden und was ist das Besondere daran?
Mathias: Als ich mein Kündigungsschreiben abgab, bekam ich von Herrn Kuhn ein Angebot, dass ich in der vorlesungsfreien Zeit der SWU zur Verfügung stehe. Im Gegenzug bekomme ich eine monatliche Vergütung.

Kontakt: Und was hat die SWU von dieser Kooperation?
Mathias: Da ich während meiner Praxiszeit bei der SWU verschiedene Abteilungen durchlaufe, werde ich intensiv eingearbeitet und kenne mich im Betrieb besser aus als ein Ingenieur von außerhalb.

Kontakt: Was gehört während der Praxiszeit zu deinen Aufgaben?
Mathias: Zuletzt habe ich im Bereich Anlagenplanung (N 11) gearbeitet. Für den Umbau im Pumpwerk Donautal zeichnete ich unter anderem Schaltpläne. Meine weiteren Aufgaben bei SWU werden so genau wie möglich abgestimmt auf die künftigen Lerninhalte im Studium.

Kontakt: Wie ist das so für dich, wenn man auf einmal Student bei der SWU
und nicht mehr „nur Azubi“ ist?
Mathias: Eigentlich hat sich kaum etwas verändert. In Projekte werde ich jedoch stärker integriert. Die Ansprüche an mich sind höher und meine Verantwortung wächst.

Kontakt: Hast du dir das Studenten-Leben so vorgestellt?
Mathias: Angenehm ist, dass man an einzelnen Tagen um 12 Uhr Unterrichtsschluss hat und nach Hause gehen kann. Das ist nicht schlecht. Allerdings sind die Tage vor Klausuren sehr stressig und voll mit Lernen ausgefüllt. Durch die ganzen neuen Erfahrungen wird es mir aber nicht langweilig.

Jedes Jahr findet der traditionelle Azubi-Ausflug statt. Dieses Mal zeigte sich beim Drachenbootrennen wer das bessere Team war:

Der traditionelle Azubi-Ausflug trieb uns dieses Jahr an die schöne blaue Donau, genauer gesagt zum Drachenbootverein von Ulm. Die Reise ging an unserem Nordtor los, nachdem wir einen kleinen Überblick über den Verlauf des Tages bekamen. Zu Fuß gingen wir dann zu unserem Treffpunkt am Clubhaus des Drachenbootvereins, wo schon die Mitglieder und Kollegen Herr Weber und Herr Geffert auf uns warteten. Nun mussten wir uns erst einmal stärken mit belegten Semmeln und Trinken nach Wunsch. Natürlich sind wir bei diesem wunderschönen Tag auf der Terrasse des Vereins gesessen und ließen es uns gut gehen. Wir mussten uns dann in einer Reihe aufstellen um zwei Teams zu ermitteln. Mit Paddel ausgerüstet traf sich jedes Team an ihrem Boot um die ersten Anweisungen zu erhalten. Uns wurden die Befehle genannt, die auf dem Drachenboot verwendet werden und wie man sich dort verhält um ein gutes Ergebnis erzielen zu können. Nun ging es darum, die Theorie in die Praxis umzusetzen. Wir luden das Boot auf einen Wagen und schoben es in die Donau, wo es gleich von uns besetzt wurde. Nun ging es los! Wir bekamen die ersten Befehle: „Vorlage, Attention, Go!“ Es war gar nicht so einfach den richtigen Rhythmus zu finden, deshalb machten wir erst einmal ein paar Übungen um den Takt zu halten, denn das Drachenboot zu fahren ist ein Teamsport und dieser funktioniert nur, wenn alle an einem „Strang“ ziehen.
Es dauerte ein wenig, bis wir aufeinander eingestimmt waren, aber dann lief es sehr gut. Wir fuhren die Donau auf und ab und machten Startübungen für die anschließenden Rennen zwischen den zwei Teams. Man spürte schon vor den Rennen, dass es ein anstrengender Sport ist. Nun stehen sich die zwei Teams an der Startlinie gegenüber. Die bekannten Befehle kamen wieder und jeder gab über die 200 Meter alles. Am Ziel angekommen, wollte das Verliererboot noch ein Rennen. Wir paddelten wieder an die Startlinie. Wieder hörten wir: „Vorlage, Attention, Go!“ und gaben natürlich noch mal alles. Am Ziel angekommen waren wir von den ganzen Übungen und den Rennen ein wenig nass geworden, aber noch nicht nass genug! Wir machten noch mit den Paddeln eine kleine Wasserschlacht und als jeder nass war fuhren wir wieder die Donau hoch zum Drachenbootverein. Jeder war sehr geschafft und dann mussten wir uns natürlich wieder beim gemeinsamen Grillen stärken. Wir saßen noch gemütlich zusammen und liefen dann wieder gemeinsam zurück zum SWU-Gebäude. Es war ein gelungener Tag, der ein paar Muskelkater am nächsten Tag mit sich brachte.

Eindrücke vom Drachbootrennen:

Jasmin macht eine Ausbildung zur Elektronikerin für Betriebstechnik. In einem Interview erzählt sie über ihren „Männerberuf“:

„Mit unseren zwölf Berufsstartern konnten wir die Ausbildungszahl vom Vorjahr halten“, freute sich Geschäftsführer Matthias Berz, als er Anfang September die Azubis des Ausbildungsjahrgangs 2008 begrüßte. Jüngster Berufsstarter ist der 15-jährige Marco Leichtner, der Kraftfahrzeugmechatroniker lernt. Außerdem bildet die SWU ihren Firmennachwuchs zum Elektroniker für Betriebstechnik (mit und ohne Berufskolleg), Industriemechaniker, IT-Systemelektroniker, Industriekaufmann/-frau und Bürokaufmann/-frau aus. Personalleiter Michael Kuhn hob hervor, dass unter den technischen Azubis auch ein Mädchen ist: „Berührungsängste mit der Technik, das ist längst vorbei“. Das beweist die 16-jährige Jasmin Schwehr. Sie bereitet sich in dreijähriger Ausbildungszeit auf ihren Einsatz als Elektronikerin für Betriebstechnik vor, um später einmal Schaltanlagen zur Stromversorgung instandzuhalten (siehe dazu: Interview mit Jasmin Schwehr, 16). Ab dem zweiten Lehrjahr wird sie an der Robert-Bosch-Schule Zusatzunterricht in den Kernfächern Mathe und Englisch erhalten. Dieses so genannte Berufskolleg führt zur Fachhochschulreife. „Ein gutes Beispiel dafür, wie eine qualifizierte Lehre zum Sprungbrett fürs Studium werden kann“, betont Michael Kuhn. Etwas besorgt zeigt sich Kuhn indessen über die Nachwuchssicherung bei den Rohrnetzmonteuren: „Leider konnten wir keinen Absolventen für die Ausbildung zum Anlagenmechaniker Einsatzgebiet Rohrsystemtechnik gewinnen“. Kuhn hofft, diese Lücke 2009 schließen zu können.

Typische Männerberufe, gibt es das noch? Neu-Azubi Jasmin Schwehr (16) aus Kissendorf schildert im Gespräch mit „Kontakt“ ihre Sicht der Dinge.

Kontakt: Du erlernst Elektronikerin für Betriebstechnik: Ein Mädchen arbeitet in einer Männerdomäne. Ist das nicht ungewöhnlich?
Jasmin: Ja schon. Meine Eltern, meine ältere Schwester und meine Freunde waren zunächst auch überrascht über meine Berufswahl. Für mich war das allerdings eher eine nüchterne Entscheidung. Ich wollte einen handwerklichen Beruf erlernen und dachte gar nicht darüber nach, ob das nun was für Mädchen oder nur für Männer sei. Ich brauche harte Arbeit und kann nicht im Büro sitzen. Den letzten Anstoß hat mir das Praktikum gegeben. Eine Woche war ich Mechatronikerin und eine Woche Bürokauffrau. Danach wusste ich, dass ich unbedingt etwas Technisches machen wollte. Dann habe ich gelesen, dass die Stadtwerke zum Elektroniker ausbilden und mich beworben.

Kontakt: Es macht dir nichts aus, dabei allein zu sein unter lauter Männern?
Jasmin: Nein, überhaupt nicht. Schon im Kindergarten war ich öfter mit Jungs zusammen als mit Mädchen. Mit den Jungs konnte ich Fußball spielen. Ich werde mich schon behaupten, da mache ich mir keine Gedanken.

Kontakt: Und die Jungs an deiner Ausbildungsstelle, wie sehen die das?
Jasmin: Die erste Begegnung verlief schon mal positiv. Ich wurde gut aufgenommen und fühlte mich gleich akzeptiert. Ich spüre, dass ich gut ins Team hineinpasse.

Kontakt: Kabel verlegen und reparieren, das ist mitunter schwere körperliche Arbeit für eine junge Frau. Macht dir das Sorgen?
Jasmin: Ein bisschen frage ich mich schon, ob ich die Gewichte immer hochbringe. Aber ich denke, dass ich Hilfe bekomme, wenn es echt nicht geht. Wir sind ja ein Team.

Kontakt: Hast du schon Pläne für später, nach der Ausbildung?
Jasmin: Vielleicht gehe ich mit dem Fachabitur in der Tasche zum Studieren. Den Ingenieur machen, das würde mich reizen. Und Familie möchte ich gründen. Ein bis zwei Kinder, das wäre schön.

Florian, Sarah, Michaela, Johannes, Carolin und Julian bilden ein Team. Zusammen nahmen sie am „ESTA-Azubi-Beachvolleyball Cup“ teil:

„Wir sind ein Team!“ Mit dieser Einstellung gingen die sechs Auszubildenden der SWU auf den „ESTA-Azubi-Beachvolleyball-Cup. Dieser fand in der Freizeit- und Sportarena in Nersingen statt. Die Veranstaltung organisiert hatten die Auszubildenden der Firma ESTA Apparatebau GmbH & Co.KG. Der Erlös kam dem Förderinstitut St. Nikolaus zugute.

„Wir waren etwas angespannt, weil wir nicht wussten, was uns erwartete“, berichtet Sarah Striegl (Auszubildende 2. Lehrjahr). Die Anspannung löste sich aber, als das Team nach dem ersten Spiel einen Sieg erreicht hatte. Sarah Striegl sagt weiter: „Man hat aber auch bemerkt, dass sehr viele Mannschaften vorher etwas Übung im Team und auch im Spiel hatten“. Was sich in manchen Situationen zu einem Nachteil unserer Volleyballspieler entwickelte. Sie mussten auch Niederlagen einstecken, kamen aber mit diesen sehr gut klar. „Am Ende des Turniers war unser Team gut eingespielt“, ist Sarah Striegls Meinung. Das SWU Azubi-Volleyballteam belegte Platz 13 unter den 22 Teilnehmern. „Es hat richtig Spaß gemacht. Nächstes Jahr werden wir noch besser abschneiden!“ meint Florian Stumm.

Der gesamte Erlös dieser Veranstaltung in Höhe von 2.000 Euro wurde an das Förderwerk St. Nikolaus in Dürrlauingen (Landkreis Grünzburg) gespendet. Das Förderwerk St. Nikolaus bietet lernbeeinträchtigten und sozial benachteiligten Jugendlichen und Erwachsenen eine Berufsausbildung in verschiedenen Berufswelten und eine dauerhafte Integration in Beruf, Beschäftigung und Gesellschaft.

Sabine Breitinger, Auszubildende

Martin lernt Elektroniker für Betriebstechnik. Während der sozialen Woche war er in einer Kindertagesstätte:

Hilfe und Handeln anstatt Büro und Büffeln. Zwölf SWU-Azubis schlüpften Anfang Juni 2008 in ungewohnte Rollen, um sich im Rahmen der „Sozialen Woche“ in einer fremden Welt zurechtzufinden. Sie versorgten hilfsbedürftige Menschen in der Ulmer Diakoniestation und in der Bahnhofsmission, betreuten Behinderte in den Donau-Iller-Werkstätten und Kinder in der integrativen Kindertagesstätte Neu-Ulm. Dieser gewollte Perspektivenwechsel gehört seit drei Jahren zum SWU-Ausbildungsprogramm. Das Ziel: Die Jugendlichen für ihre Umwelt sensibilisieren, den Kontakt zu „Andersartigen“ herstellen und dadurch die berufliche Ausbildung sinnvoll ergänzen. „Die Ausbildung ist eine heile Welt“, so SWU-Personalleiter Michael Kuhn. „In unserer Gesellschaft gibt es jedoch viele benachteiligte Menschen, die ausgegrenzt werden, weil sie nicht so leistungsfähig sind wie Gesunde. Unsere Azubis haben in dieser Woche unmittelbar erfahren, dass auch diese Menschen gerechte Bedürfnisse haben und eine Beziehung mit ihnen Gewinn bringt, auch wenn diese Beziehung vielleicht nicht immer einfach ist“.

Einsatzort im Schnittpunkt der Kulturen und Sprachen.

Diese Erfahrung machte auch Martin Richardon. Der 18-jährige aus Ulm-Einsingen lernt Elektroniker für Betriebstechnik. Sein Einsatzort war das Zachäus-Nest, die integrative Kindertagesstätte in der Neu-Ulmer Vorfeld-Siedlung. „Integrativ“ bedeutet in erster Linie, dass Kinder unterschiedlicher Sprach- und Kulturkreise miteinander erzogen werden und voneinander lernen sollen. Rund 120 Kinder aus neun verschiedenen Nationen besuchen den Kindergarten und angeschlossenen Hort. Die frühe Förderung und Entwicklung deutscher Sprachkenntnisse als Grundlage jeder Integration steht zwar im Vordergrund, ist jedoch nicht der einzige Auftrag der von der evangelischen Petrusgemeinde getragenen Einrichtung. Denn in zwei der insgesamt sechs Gruppen verbringen jeweils fünf behinderte Kinder den Tag gemeinsam mit ihren nicht-behinderten Kameraden. Heilpädagogen, Logopäden und Ergotherapeuten betreuen die kleinen Patienten zusätzlich.

Ein „Prinz“ in der „Spatzengruppe“

Martin Richardon arbeitete eine Woche lang in der „Spatzengruppe“ mit. Diese Gruppe besuchen zwar keine behinderten Kinder, sie ist aber kulturell bunt gemischt. Der sechsjährige Ali bringt seine türkische Muttersprache mit, der vierjährige Viktor spricht zuhause nur russisch. Martin Richardon betreute seine Schützlinge beispielsweise bei Konzentrationsspielen. Es mussten Figuren mit Bausteinen in verschiedenen Farben und Formen gelegt werden. Martin half mit bei den Vorbereitungen zu einem Theaterstück und begleitete die Kinder auf ihrem Ausflug zur Landesgartenschau. Der SWU-Azubi fand sich schon nach kurzer Zeit bestens akzeptiert in der Gruppe. Er konnte dabei auch eine Art von „Heimvorteil“ ausspielen: Als Mann unter lauter weiblichen Erzieherinnen hatte er von vornherein einen guten Stand bei den Kindern. Die fünfjährige Giulia verabschiedete Martin mit den Worten: „Ich wünsche dir, dass du ein Prinz wirst“. Auch den Erzieherinnen konnte Martin manche Arbeit abnehmen. „Wie er sich als Fachfremder in kurzer Zeit auf die ungewohnte Aufgabe ohne Wenn und Aber eingelassen hat, war schon bemerkenswert“, hebt Ulricke Heindl hervor, die Leiterin des Zachäus-Nests. Martin konnte überdies seine handwerklichen Fähigkeiten einsetzen. Dank seiner Mithilfe konnte endlich die neue Wickelkommode der „Spatzengruppe“ an die Wand montiert werden. „Bei dem Praktikum habe ich eine Menge gelernt fürs Leben. Sollte ich selbst einmal Kinder haben, werde ich von den Erfahrungen aus dieser Woche bestimmt profitieren. Das Praktikum hat mir neue Horizonte eröffnet“, zieht er sein persönliches Resümee. Kindergarten-Leiterin Ulricke Heindl beurteilt es ähnlich. „Auch in unserem Metier neigt man zum Röhrendenken. Die Mitarbeit eines Auszubildenden aus der Industrie bricht diese Sehweise auf – bei beiden Seiten“. Das Zachäus-Nest im Vorfeld hatte zum ersten Mal an der Sozialen Woche der Stadtwerke-Azubis teilgenommen. „Wir werden das Experiment fortsetzen und im nächsten Jahr gerne wieder einem SWU-Auszubildenden den Blick über den Zaun ermöglichen“, kündigt Ulricke Heindl an.

Anita macht eine Ausbildung zur Industriekauffrau. Mit der Organisation „Exchange“ war sie vier Wochen in einem Betrieb in Österreich:

Als ich mich Mitte letzten Jahres bei der Organisation Exchange um einen Austauschplatz bewarb, fand ich die Idee aufregend, vier Wochen in einem anderen Betrieb und einem anderen Land zu arbeiten und zu leben. Anfang dieses Jahres ging dann alles recht
schnell. Die Organisation hatte einen Platz bei der Firma Grass im österreichischen Höchst für mich gefunden.

Höchst ist eine Gemeinde mit rund 7.500 Einwohnern und liegt in Vorarlberg unweit von Bregenz. Dort stellt Grass mit zurzeit 525 Mitarbeitern Möbelbeschläge, Führungssysteme und Verarbeitungsmaschinen her. Neben dem Stammhaus in Höchst wird auch in den Tochtergesellschaften Grass America Inc. in Kernersville, North Carolina/USA und Grass GmbH & Co. KG in Verl/Deutschland produziert. Außerdem gibt es Vertriebsgesellschaften in Frankreich und in Shanghai. An allen Standorten zusammen beschäftigt die Firma rund 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Anfang Februar ging es mit dem Praktikum los. Mein Ansprechpartner war Matthias Linder, der Personalchef. Der Empfang in Höchst war sehr freundlich, so dass ich mich von Anfang an sehr willkommen fühlte. Bei einem ersten Rundgang durch den Betrieb lernte ich einen Großteil der Mitarbeiter in der Verwaltung kennen. Um einen Einblick in möglichst alle Bereiche – Einkauf, Verkauf, EDV, Werbung, Personal, Buchhaltung bis hin zu Lehrwerkstatt – zu bekommen, hatte mir Matthias einen Durchlaufplan erstellt. Ich freute mich richtig auf die kommenden Wochen. Zunächst bekam ich eine Produktschulung. Ich wusste zwar schon, dass Grass Scharniere und Schubladenführungen herstellt, doch welche Unterschiede es dabei geben kann und was es auf diesem Markt an tollen Neuheiten gibt, sollte ich erst noch erfahren. In den nächsten Wochen war ich im ganzen Betrieb unterwegs. Ich arbeitete in der Personalabteilung, durfte in der Werbung ein eigenes Werbeplakat gestalten und feilte, fräste und schraubte in der Lehrwerkstatt mit Hilfe der anderen Auszubildenden meinen eigenen Tesafilmhalter. Da der Exportanteil der Firma Grass bei über 95 Prozent liegt, konnte ich miterleben, wie Mitarbeiter im „Customer Service“ mit Handelsvertretungen und Vertriebspartnern in der ganzen Welt telefonierten. Außerdem erfuhr ich in dieser Abteilung, wie eine Warensendung nach Übersee versandfertig gemacht wird. Riesig freute ich mich darüber, dass ich in der Forschung und Entwicklung als Testperson mitwirken durfte. Die von mir getestete elektronische Schubladenführung hielt den Tests leider nicht stand und musste nachgearbeitet werden.

Bei so viel Abwechslung vergingen die vier Wochen im Nu. Es war eine unschätzbare Erfahrung, einen anderen Betrieb mit anderen Produkten und anderer Betriebsstruktur, andere Leute und ein anderes Land kennen gelernt zu haben. Mein Dank gilt Herrn Veigl von der Organisation Exchange Matthias Linder und allen anderen Mitarbeitern der Firma Grass, die mir meinen Aufenthalt in Österreich so toll mitgestaltet haben.

Anita Gottschalk, auszubildende Industriekauffrau

Anita, Stefanie, Alexandra und Florian hatten Spaß im Kletterpark in Laichingen. Der war Ziel eines Azubi-Ausfluges:

Hoch hinaus wollten die Azubis bei ihrem letzten Ausflug. Ziel war der Laichinger Klettergarten, wo die besonders Mutigen und Schwindelfreien es mit einem bis zu 14 Meter hohen Parcours aufnahmen.

Um halb neun erwartete uns der Bus am SWU-Nordtor. In Laichingen angekommen gab es zur Stärkung des Kreislaufs noch ein Vesper, dann ging es ab in den Wald. Dort bekamen wir erst einmal Gurte angelegt, um uns später an den Seilen sichern zu können. Bei der gründlichen Sicherheitseinweisung übten wir unter fachkundiger Anleitung alle wichtigen Handgriffe. Dann wurde es ernst. Es standen Parcours in verschiedenen Schwierigkeitsstufen zur Auswahl. Der leichteste Parcours wurde von allen übersprungen. Die beiden nächsten Stufen, der Fitness- der Abenteuer-Parcours, führten in Höhen von bis zu zehn Metern hinauf. Das erforderte schon einiges an Geschicklichkeit und teilweise auch an Überwindung. Als das überstanden war, wartete als ultimative Herausforderung der Risiko-Parcours. Nicht jeder traute sich, bis zu 14 Meter hoch aufzusteigen. Die besonders Nervenstarken wiederum ließen die ersten beiden Hindernisse aus, um schneller den Aufstieg nach ganz oben zu schaffen. Anschließend fuhr man an Rollen angeschnallt eine 120 Meter lange Seilbahn hinunter. Nach knapp drei Stunden bekamen wir vom Kletterwald-Team unser verdientes Mittagessen. Ein gut gefüllter Tag ging dem Ende zu. Mancher hatte seine Grenzen erfahren und auch, wie sich diese Grenzen überwinden lassen. Jedenfalls erlebten wir einen tollen Tag mit viel Spaß. Wir freuen uns auf die nächsten Azubi-Ausflüge.

 
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