Photovoltaikanlagen sind heute ein vertrauter Anblick auf Neubauten, aber auch auf älteren Gebäuden. Ein Prozent des deutschen Stromverbrauchs wurde im letzten Jahr durch Photovoltaik gedeckt - für das Jahr 2020 werden rund 6 Prozent prognostiziert. Da lag es nahe, dass sich auch Nicole und Tobias Katai mit dem Thema Stromerzeugung aus Sonnenenergie beschäftigten. „Die Möglichkeit, durch die Einspeisevergütung für Solarstrom langfristig zu investieren und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, war für uns sehr interessant“, bekräftigt Tobias Katai. Auf Wunsch der Katais überprüfte SWU EnergieBerater Marco Koch zunächst die örtlichen Gegebenheiten für eine- Photovoltaikanlage auf deren Hausdach. Zwei Punkte waren dabei zunächst zu klären: Das Dach des Hauses ist nicht nach Süden, sondern nach Südwesten ausgerichtet. Ein perfekt ausgerichtetes Dach ist bei Bestandsgebäuden aber selten anzutreffen und nicht unbedingt eine Voraussetzung für den effi-zienten Betrieb einer Solaranlage - selbst Ost- oder Westdächer kommen heute als Standorte für moderne Anlagen infrage. Schwerer wog die zweite Beeinträchtigung: die Verschattung des Standorts durch einen Dachständer für den Stromanschluss. Schatten mindern die Leistung einer Solarstromanlage generell stark, denn bei in Reihe verschalteten Photovoltaikmodulen liefert der gesamte Modulstrang nur so viel Strom wie das am schwächsten beschienene Modul. Die Auswirkung der Verschattung ist dabei umso kritischer, je näher sich das Schatten werfende Objekt befindet. Schornsteine, Antennen oder Dachaufbauten wirken sich also stärker aus als ein weiter entferntes hohes Gebäude. Um die zu erwartenden Energieverluste genauer einordnen zu können, erstellte Marco Koch eine Verschattungsanalyse,- die in die Kosten-Nutzen-Rechnung der geplanten Anlage einfloss. Unterm Strich ergab sich trotz der beiden Wermutstropfen - Südwest-Ausrichtung und Schattenwurf - ein positives Bild. Denn die Preise für Solarmodule sind momentan sehr niedrig - einer leicht eingeschränkten Anlageneffizienz stehen also sehr vorteilhafte Investitionsbedingungen gegenüber. Marco Koch ermittelte, dass sich die Anlage in 12 bis 15 Jahren amortisieren wird - bei optimalem Standort ist das bereits nach 10 bis 12 Jahren der Fall. Da die Einspeisevergütung auf 20 Jahre festgeschrieben ist und die Lebensdauer einer hochwertigen Photovoltaikanlage über 30 Jahre beträgt, können die Katais nach der Amortisation trotzdem noch lange von ihrer Anlage profitieren.
Alles spricht für Sonnenstrom
Die günstige Prognose des SWU EnergieBeraters bestärkte die Katais in ihrem Entschluss, eine Photovoltaikanlage zu installieren. Im nächsten Schritt holten sie sich Angebote von verschiedenen Solarfirmen ein und überprüften diese gemeinsam mit Marco Koch. „Eine Firma aus dem Raum Ulm hat sich hier durch ein ausführliches und detailliertes Angebot von den anderen Marktpartnern abgehoben“, erläutert Marco Koch. Da über 60 Prozent der Investitionskosten einer Solarstromanlage auf die Photovoltaikmodule entfallen, lag auf der Qualität und Langlebigkeit dieser Module ein besonderes Augenmerk. Aber auch die anderen Komponenten, wie der Wechselrichter oder die Unterkonstruktion, sollten von der Qualität und Auslegung her zum Modul passen. „Wichtig ist, bei der Überprüfung des Angebots darauf zu achten, von welchem Großhändler die Module eingekauft werden und wie im Fall der Fälle die Garantiekonditionen sind. Der Anbieter zeigte sich hier sehr offen und teilte uns mit, dass es sich beim Großhändler um die Firma IBC Solar handelt, die sich durch ein besonders kompetentes Qualitätsmanagement auszeichnet“, so der Fachmann. Dass es sich bei den Modulen der Wahl um Produkte aus China handelt, ist heute kein Manko mehr: „Der Photovoltaik-Markt arbeitet zu rund 80 Prozent mit chinesischen Modulen, die in Sachen Preis, aber auch Qualität mittlerweile konkurrenzfähig sind“, meint Marco Koch. „Worauf jeder Käufer aber achten sollte, ist, dass ihm alle Datenblätter und die sogenannten Flasherlisten der Module ausgehändigt werden.“ Bei den Flasherlisten handelt es sich um die Messdaten des jeweiligen Moduls, die ermittelt werden, wenn dieses aus der Produktion kommt. Das Modul wird kurz mit Normeinstrahlungswerten unter Standard-Test-Bedingungen angeblitzt und gemessen. So werden die exakte Leistung und damit die Qualität des Moduls bestimmt, die dann zusammen mit seiner Seriennummer auf der Flasherliste festgehalten werden. „Das ist ganz wichtig, wenn später Garantieansprüche geltend gemacht werden müssen. Außerdem kann die Fachfirma so beim Einbau der Module darauf achten, dass die - natürlich immer im Rahmen der vereinbarten Leistungstoleranz - schwächeren Module in eine Reihe geschaltet werden. Das schwächste Modul bestimmt die Leistung des Modulstrangs - werden schwächere und stärkere Module zusammengeschaltet, ergeben sich deshalb Verluste, die beim fachgerechten Einbau vermieden werden können.“ Neben der Qualität der Module und des Wechselrichters sollte bei der Überprüfung eines Angebots auch darauf geachtet werden, dass alle Rahmenbedingungen berücksichtigt sind. „Wenn zum Beispiel für die Montage ein Gerüst oder ein Kran benötigt wird oder vorhandene Stromleitungen über das Dach für die Arbeiten isoliert werden müssen, so muss das mit berücksichtigt und im Angebot enthalten sein - andernfalls kann es bei der Endabrechnung zu unangenehmen Überraschungen kommen“, gibt der SWU EnergieBerater zu bedenken.
Klimaneutral und kostengünstig
Nachdem Nicole und Tobias Katai sich mit der Unterstützung von Marco Koch für das Angebot der Fachfirma entschieden hatten, gingen die eigentlichen Montagearbeiten zügig vonstatten. Auf dem Dach wurden die Photovoltaikmodule installiert, die unter Sonnenbestrahlung Gleichstrom erzeugen. Dieser wird in einem Wechselrichter, der sich im Keller des Hauses befindet, in netzkonformen Wechselstrom umgewandelt und ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Ein Zähler misst die erzeugte Strommenge, die im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes vergütet wird. Die Höhe der Vergütung richtet sich nach der Größe der Anlage und dem Jahr der Inbetriebnahme - im Falle der Familie Katai wird sie 39,14 Cent pro Kilowattstunde betragen.
Um von der ersten Kilowattstunde an in den Genuss der Vergütung zu kommen, wurde die Anlagenleistung vorab beim zuständigen Netzbetreiber, der SWU Netze GmbH, angemeldet. Dieser prüft, ob der Solarstrom auch vom Netz aufgenommen werden kann oder ob Erweiterungsmaßnahmen im Stromnetz nötig sind. Zudem mussten die Katais Standort und Leistung ihrer neuen Anlage rechtzeitig mit der Inbetriebnahme an die Bundesnetzagentur melden. „Die Montagezeit der gesamten Anlage betrug insgesamt 4 Tage. Wichtig war uns, dass wir nach der erfolgreichen Installation eine gründliche Einweisung in die Anlage erhielten. Außerdem übergab uns ein Mitarbeiter der ausführenden Firma sämtliche Unterlagen - Datenblätter, Schaltpläne, Garantien und Handbücher. So haben wir eine exakte Dokumentation unserer Anlage und können unabhängig agieren, sollten später einmal Reparaturen oder Umbauten nötig werden“, so Tobias Katai.
Cirka 9.400 Kilowattstunden Strom wird die Anlage der Katais im Schnitt jährlich liefern. Würde dieselbe Menge Strom auf konventionelle Weise erzeugt, würden rund 3,5 Tonnen Kohlendioxid entstehen. „Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit den SWU EnergieBeratern diese Anlage realisieren konnten und so über Jahrzehnte hinweg einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten“, fasst Tobias- Katai zusammen.