Pressemitteilungen der SWU

SWU erwirtschaftet 4,9 Millionen Euro Jahresüberschuss
15. Mai 2012

Milde Witterung lässt den Energieabsatz sinken.

Im Geschäftsjahr 2011 erwirtschaftete die SWU-Unternehmensgruppe – die Holding und ihre fünf Tochtergesellschaften – einen Überschuss von 4,924 Millionen Euro. Das waren 1,3 Millionen Euro weniger als 2010. Dabei konnte das Defizit der SWU Verkehr von 16,5 Millionen Euro im so genannten Querverbund wieder voll ausgeglichen werden.

Energie-Absatz geht deutlich zurück

Die Verschlechterung des Vorjahresergebnisses geht hauptsächlich auf die deutlichen Absatzrückgänge bei Strom, Erdgas und Wärme zurück. Verantwortlich dafür war die milde Witterung im Gesamtjahresverlauf 2011. Zum Teil aufgefangen werden konnte der Energie-Minderverkauf durch einige Sondereffekte. Dazu zählt der Verkauf von Aktien an der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW), der den Stadtwerken rund 2,5 Millionen Euro einbrachte.

An ihre Stromkunden verkaufte die SWU über vier Prozent weniger Energie. Der Rückgang war vor allem bei den Kunden in Ulm/Neu-Ulm und der näheren Umgebung zu verspüren. Der Absatz von Erdgas brach sogar um 13,5 Prozent ein, bei der Wärme (Fern- und Nahwärmenetze) waren es rund acht Prozent. Auch der Stromverkauf im Großhandel hatte wenn auch leichtere Einbußen zu verkraften. Dennoch: „Die Erlöse aus der Vermarktung der Stromproduktion leisteten wiederum ihren positiven Beitrag zum Jahresergebnis“, sagt Geschäftsführer Matthias Berz.

Stromerzeugung im Beteiligungskraftwerk Hamm macht Rückgang in den Wasserkraftwerken wett

2011 übertraf die Stromerzeugung mit 572 Millionen Kilowattstunden (kWh) das gute Vorjahrsergebnis nochmals leicht. Strom gewinnt die SWU in eigenen Kraftwerken und als Anteilseignerin an Gemeinschaftskraftwerken. Dazu zählt das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk im westfälischen Hamm. Es lieferte mit 372 Millionen kWh etwa zwei Drittel des selbst erzeugten SWU-Stroms. Ein Drittel der Erzeugung steuerten die erneuerbaren Quellen bei, trotz des insgesamt gesunkenen Stromertrags in den Wasserkraftwerken. Die SWU-eigenen Anlagen an der Donau und am Illerkanal erzeugten in einem niederschlagsarmen Jahr nur rund 91 Millionen kWh Strom (Vorjahr: 102 Millionen kWh). Aus dem Main-Wasserkraftwerk in Mainz-Kostheim – dieses betreibt die SWU zusammen mit einem Partner – flossen 13,6 Millionen kWh Strom auf das SWU-Konto. In Summe blieb die Stromgewinnung aus Wasserkraft um rund 8,5 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Eigene Stromproduktion entspricht der Hälfte des verkauften Stroms

2011 verkaufte die SWU 1.038 Millionen kWh Strom an Endkunden. Somit entspricht die eigene Produktion der Hälfte des verkauften Stroms. „Stück um Stück wollen wir die Eigenproduktion in dieselbe Größenordnung bringen wie den Verkauf, um im Markt auf zwei Beinen zu stehen. Die Ergebnisse des Geschäftsjahrs spiegeln diesen Weg wider“, sagt Matthias Berz. Die SWU plant deshalb weiter, in den Ausbau der Erzeugungskapazitäten zu investieren – vorausgesetzt freilich, die Marktentwicklung ermöglicht einen wirtschaftlichen Betrieb.

Regenerative Projekte spielen bei dieser Strategie eine wichtige Rolle. Im Lauf des Jahres wird das Holzgas-Heizkraftwerk Senden den Regelbetrieb aufnehmen. Der Bau des Windparks vor der Nordsee-Insel Borkum schreitet voran. Die SWU ist mit zehn Megawatt Leistung beteiligt, das ist die doppelte Größe des Main-Wasserkraftwerks Kostheim. Der Windpark wird voraussichtlich ab 2013 Strom erzeugen. Die SWU wird dann gemäß ihrem Anteil jährlich rund 40 Millionen Kilowattstunden Strom aus der Nordsee beziehen. Das entspricht dem Jahresbedarf von rund 12.000 Haushalten mittlerer Größe. Die Beteiligung an dem Windpark bringt die SWU ein großes Stück dem Ziel näher, bis zum Jahr 2020 alle Ulmer und Neu-Ulmer Haushalte mit regenerativ erzeugtem Strom versorgen zu können.

Teurer Treibstoff belastete das Ergebnis der Verkehrstochter

Der Jahresfehlbetrag der Tochtergesellschaft SWU Verkehr erhöhte sich um rund 300.000 Euro auf 16,5 Millionen Euro. Verantwortlich dafür waren im Wesentlichen die gestiegenen Kosten für Dieselkraftstoff. Die Zahl der Fahrgäste wiederum stieg um rund 600.000 oder knapp zwei Prozent auf 32,2 Millionen.

SWU sorgt für Wertschöpfung, die in der Region bleibt

2011 investierte die SWU insgesamt 57 Millionen Euro. Davon flossen 13,8 Mio. Euro in den Ausbau und die Erneuerung der Netze und Verteilungs-Anlagen. Für rund 28 Mio. Euro wurden im Rahmen von Investitionen und Unterhaltsmaßnahmen Aufträge an Unternehmen in der Region vergeben. Die Stadtwerke zahlten 1,9 Mio. Euro Gewerbesteuer und 10,6 Mio. Euro Konzessionsabgaben an Städte und Gemeinden. Betreibern von Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Quellen gewinnen, bezahlte die SWU Netze 35,4 Mio. Euro Einspeisevergütungen. Das übertrifft die Vorjahressumme um fast ein Viertel und verdeutlicht den anhaltenden Boom, der namentlich die Photovoltaik kennzeichnet. „Alles in allem erzeugte die SWU über 150 Millionen Euro an Wertschöpfung, die in der Region bleibt“, unterstreicht Matthias Berz.

SWU-Unternehmensgruppe: Eckdaten aus dem Geschäftsjahr 2011

Umsatz: 416 Mio. Euro

Stromverkauf: 1.038 Mio. kWh

Jahresüberschuss: 4,9 Mio. Euro

Erdgasverkauf: 1.721 Mio. kWh

Mitarbeiter im Jahresschnitt: 1.173

Wärmeverkauf: 120 Mio. kWh

darunter Auszubildende: 44

Trinkwasserverkauf: 10,2 Mio. m³

Fahrgäste: 32,2 Mio.

Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg 2012: Energie aus Wasserkraft erleben!
18. April 2012

Bei den Nachhaltigkeitstagen Baden-Württemberg 2012 dreht sich, wie der Namen schon verrät, alles um das Thema Nachhaltigkeit. „Ab in die Zukunft!“, so lautet das diesjährige Motto der Initiative, bei der in „48 Stunden für die Nachhaltigkeit“ im ganzen Bundesland Veranstaltungen stattfinden werden. Die SWU beteiligt sich am 20. und 21. April 2012 mit der Aktion „Geocaching im Blautal“ und einer Familienführung im Wasserkraftwerk Böfinger Halde.

Wasser ist nicht nur zum Trinken da

Für die SWU steht der nachhaltige Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen ganz oben, wenn es um den Schutz von Natur und Umwelt geht. Eine dieser Ressourcen ist Wasser. Neben der Trinkwassergewinnung nutzt die SWU das Wasser auch zur Energieerzeugung. Die Wasserkraftwerke wie beispielsweise die Anlagen an der Böfinger Halde und in Donaustetten sind Beispiele für nachhaltige Energiegewinnung. Um den Menschen in Ulm und Region dieses Thema näherzubringen, bietet die SWU gemeinsam mit der Stadt Ulm am 21. April 2012 um 14.00 Uhr eine Familienführung durch das Wasserkraftwerk Böfinger Halde an.

Aktion: „Geocaching im Blautal“

Die SWU plant ein weiteres Kraftwerk, das Energie aus Wasserkraft erzeugt: Das Pumpspeicherkraftwerk Blautal. Im Rahmen der Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg 2012 lohnt es sich, diesen Standort einmal näher zu betrachten. Gelegenheit dazu bietet die Aktion „Geocaching im Blautal“.

Geocaching ist eine moderne Form der Schnitzeljagd, bei der man in freier Natur einen versteckten „Schatz“ sucht. Zum Beweis des Fundes trägt man sich in ein Logbuch ein und loggt dies auf der entsprechenden Seite im Internet unter www.geocaching.com. So wird man an interessante Ziele geleitet und erfährt Näheres über die jeweiligen Standorte. Zur Navigation bedient man sich eines GPS-Gerätes, ähnlich einem Auto-Navi, das Satellitensignale erfasst und die jeweilige Position metergenau errechnet.
 
Alle Hobby-Cacher können sich am 20. und 21. April auch auf die Suche nach den Caches Albwasser #23 PSW Oberbecken (GC3B2JV) und Albwasser #24 PSW Unterbecken (GC3B2JQ) machen und dabei die Standorte des geplanten Pumpspeicherkraftwerkes kennenlernen. Beide Caches gehören zu einer Serie von Zielen, die die Thematik der Wasservorkommen, -versorgung und -nutzung auf der Schwäbischen Alb betrachten.

Mit den beiden Aktionen zu den Nachhaltigkeitstagen sind die SWU Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm Teil einer Initiative mit weit mehr als 300 Veranstaltungen in ganz Baden-Württemberg.

Nähere Informationen zum Pumpspeicherkraftwerk Blautal finden Sie unter www.psw-blautal.de. Die Hintergründe zu den Nachhaltigkeitstagen Baden-Württemberg 2012 sind unter www.nachhaltigkeitstage-bw.de zu finden, und wer mehr über Geocaching wissen möchte, der kann sich unter www.geocaching.com informieren.

Niederstotzingen will Stadtwerke gründen
29. März 2012

Gemeinderat stimmt mit großer Mehrheit für eine Beteiligungsgesellschaft mit den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm. Rechtliche und vertragliche Vorbereitungen werden 2012 getroffen.

Die Stadt Niederstotzingen (Landkreis Heidenheim) will eigene Stadtwerke gründen und diese zusammen mit den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm aufbauen. Diesen Beschluss hat der Gemeinderat der 5.000 Einwohner zählenden Stadt 30 Kilometer östlich Ulms gefasst. Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden sollen die neuen Stadtwerke Niederstotzingen, so der mögliche Name, 2013 ihre Geschäftstätigkeit aufnehmen.

Schon 2007 hatte Niederstotzingen mit der SWU Energie GmbH, einer 100-prozentigen Tochter der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm, eine entsprechende Option ausgehandelt. Anlass damals war der Abschluss eines Konzessionsvertrags, durch den die SWU Energie mit dem Betrieb des Niederstotzinger Strom- und Gasnetzes betraut wurde. Diese Option soll nun wahrgenommen werden. Die Entscheidung im Gemeinderat fiel deutlich mit 18 zu 4 Stimmen.

Stadt entscheidet in Sachen Energie mit

Die gemeinsame Gesellschaft, an der die Stadt und die SWU Energie je zur Hälfte beteiligt sein werden, soll die Versorgungsaktivitäten in der Gemeinde bündeln. „Als gleichberechtigter Partner entscheiden wir dann bei der Energieversorgung mit – und damit in einer der zentralen Fragen, die die Bürger mehr denn je bewegen“, begrüßt Bürgermeister Gerhard Kieninger den Gemeinderatsbeschluss. Überdies bringe eine solche Gesellschaft steuerliche Vorteile. Im Querverbund lassen sich Verluste einzelner Sparten mit den Gewinnen anderer Sparten verrechnen. Ein solches Modell der Zusammenarbeit existiert seit Jahren schon in Blaubeuren, wo die SWU zusammen mit der Stadt die Technischen Werke gegründet hat.

Wertschöpfung bleibt in der Region

„Es war unser Ziel, die Konzessionsvergabe zu einer Zusammenarbeit auf höherer Ebene fortzuentwickeln. Wir freuen uns, dass Niederstotzingen diesen Schritt nun gehen will“, sagt Jürgen Schäffner, der technische Geschäftsführer der SWU Energie. Die gemeinsamen Stadtwerke stärkten den kommunalen Gedanken, der in der Energieversorgung wieder auflebe, wie die Beispiele Stuttgart und Hamburg aus der jüngsten Zeit zeigten. „Die Stadt weiß, dass es mit der SWU eine Partnerschaft auf gleicher Augenhöhe geben wird“, betont Schäffner. Auch der regionale Gedanke werde Früchte tragen. „Die Wertschöpfung wird hier in der Region stattfinden und auch in der Region bleiben“.

Mehrere Geschäftsmodelle sind denkbar

Für die Ausgestaltung der „Stadtwerke Niederstotzingen“ sind mehrere Geschäftsmodelle denkbar. Eine reine Energienetz-Gesellschaft zur Verteilung von Strom und Gas ebenso wie ein „Voll-Stadtwerk“, das zusätzlich den Einkauf, Vertrieb und die Lieferung von Energie übernimmt. Niederstotzingen und die SWU werden schon bald die Gespräche über die Form der Zusammenarbeit aufnehmen. Noch im laufenden Jahr sollen die wesentlichen rechtlichen und vertraglichen Vorbereitungen abgeschlossen werden. Ziel ist es, dass die gemeinsame Gesellschaft 2013 ihre Tätigkeit aufnehmen kann.

Energie, Trinkwasser, Abwasser in Niederstotzingen.
So ist es heute.

Strom- und Gasnetz:
Wird seit April 2009 durch die SWU Netze GmbH betrieben, einer weiteren Tochtergesellschaft der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm. Inhaberin der Konzession ist die SWU Energie GmbH. An das rund hundert Kilometer lange Niederstotzinger Stromnetz sind zirka 1500 Häuser angeschlossen. Rund tausend Häuser haben einen Erdgas-Anschluss.

Wärme:
2004 errichtete die SWU Energie ein Blockheizkraftwerk. Die Anlage, die von der SWU auch betrieben und gewartet wird, versorgt das Niederstotzinger Schul- und Sportzentrum.

Wasser und Abwasser:
Trinkwasserversorgung und Abwasser-Entsorgung sind in städtischer Hand. Die entsprechenden Netze gehören der Stadt.

Siyou zu Besuch bei den Merian-Grundschülern.
Schüler „rappen“ mit Siyou
15. März 2012

Zu den grünen Schuhen tragen sie auch gleich die passende Brille: „Grüne Brille auf, grüne Schuhe an“ lautet der Titel des Musik-Raps, zusammengestellt von Viertklässlern der Ulmer Grundschule Maria-Sybilla-Merian. Und der Titel kommt an. So gut, dass der Rap der Kinder in den SWU-Song „A lovely place“ integriert wird. Isabelle Siyou, Komponistin und Sängerin des SWU-Songs, besuchte nun die Merian-Schule und arbeitete einen ganzen Vormittag mit den Kindern, so dass am Ende neben einer neuen Version des Titels „A lovely place“ auch gleich eine passende Choreografie entstand. Zum Abschied der Sängerin und als Dank für den aufregenden Schulvormittag zogen sich die jungen Künstler Schuhe und Brille – beides selbstverständlich in grün – an und präsentierten das Ergebnis der ganzen Schule. Initiiert hatte die Aktion Matthias Berz, Geschäftsführer der SWU Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm GmbH. Er verlieh den Schülern im Rahmen des Wettbewerbs „Energie – Umwelt – Zukunft“ den „Ulmer-Umwelt-macht-Schule-Spatz“.

Umwelt macht Schule

Der Wettbewerb war vom Team des Ulmer Projektes „Umwelt macht Schule“ für alle Ulmer Schülerinnen und Schüler ausgeschrieben worden. Diese konnten sowohl als Einzelperson als auch in Gruppenarbeit oder Klassenverband Beiträge in verschiedenen Kategorien wie Kurzfilm, Plakat, Foto sowie Musik einreichen. Bereits seit 13 Jahren unterstützen die SWU das Projekt der Stadt Ulm, mit dessen Hilfe Ulmer Schüler für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Energieressourcen und der Umwelt sensibilisiert werden sollen. Eines der wichtigsten Ziele ist die durch Nutzerverhalten bedingte Energieeinsparung an Ulmer Schulen. Schirmherr des Projektes ist der Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner

Reaktivierung des „Bähnles“: Es fahren zwei Güterzüge täglich wie bisher
15. März 2012

Derzeit können sich Bürger zum laufenden Planfeststellungsverfahren für die Ertüchtigung der Bahnstrecke Senden - Weißenhorn äußern. Verschiedentlich sind Missverständnisse bei der Lektüre einzelner Punkte zutage getreten. Die SWU Verkehr stellt dazu fest:

Auf der Strecke sollen pro Tag insgesamt 38 Fahrten von Personenzügen in beiden Richtungen angeboten werden. Davon sollen 32 Fahrten im Tagzeitraum und 6 Fahrten im Nachtzeitraum stattfinden. Als Tagzeitraum gilt die Zeit von sechs Uhr morgens bis zehn Uhr abends, der Nachtzeitraum ist definiert von 22 Uhr bis sechs Uhr früh. Unter den sechs in der Nacht verkehrenden Personenzügen sind drei Hin- und Rückfahrten zu verstehen.

Zusätzlich werden pro Tag zweimal Güterzüge verkehren. Das ist eine Hin- und eine Rückfahrt, entspricht also genau dem heutigen Umfang. Die beiden Güterzüge fahren laut Unterlagen im Nachtzeitraum. „Das heißt aber nicht, dass sie mitten in der Nacht rollen werden“, stellt Ingo Wortmann, technischer Geschäftsführer der SWU Verkehr, klar. Sinnvollerweise werden die beiden Güterzüge kurz vor dem ersten Personenzug um sechs Uhr morgens oder auch nach dem letzten Personenzug gegen Mitternacht fahren; so würden sich Güter- und Personenverkehr nicht in die Quere kommen.

Für den Bahnbetrieb ist im Rahmen der Planfeststellung kein Schallschutzgutachten vorgeschrieben, weder für die Personen- noch für die Güterzüge. Schallemissionen müssen allerdings ermittelt werden für die Park-and-Ride-Anlagen bei den Haltepunkten Wullenstetten und Witzighausen Grund: Die P+R-Anlagen stellen eine bauliche Ergänzung für den späteren Bahnverkehr dar. Ähnliches gilt für den Weißenhorner Bahnhof, wo für den Bau eines Bahnsteigs der Spurplan geändert wird. „Es sind diese wesentlichen baulichen Veränderungen, die eine schalltechnische Untersuchung nötig machen – nicht der Bahnbetrieb selbst“, bekräftigt Ingo Wortmann. Die Schallberechnungen für die Erweiterung der Haltepunkte und des Weißenhorner Bahnhofs wurden gemacht. Ergebnis: auch nach den Baumaßnahmen werden die zulässigen Werte unterschritten. Im Übrigen ist die Bahnstrecke grundsätzlich für den Betrieb gewidmet. Daher sind Fahrplanänderungen nicht Gegenstand eines Planfeststellungsverfahrens.

Warnstreik am 6. März: SWU Verkehr hat das Dispositionsrecht für ihre Angestellten korrekt angewandt
13. März 2012

Die Gewerkschaft ver.di wirft SWU-Verkehr-Geschäftsführer Ingo Wortmann vor, am Tag des Warnstreiks vergangenen Dienstag die bei SWU Verkehr beschäftigten Fahrer zum Streikbruch aufgefordert zu haben. Diese Behauptung weist die SWU Verkehr zurück.

Am Vortag des Streiks war unklar geblieben, welche Beschäftigten zum Warnstreik aufgerufen sind und welche nicht. Also nur die Schwaben-Mobil-Fahrer oder auch die Fahrer der SWU Verkehr. Um ein genaues Bild vom Ausmaß des Warnstreiks zu gewinnen und auch um Anfragen der Kunden beantworten zu können, hat Ingo Wortmann den Kontakt zu Maria Winkler von ver.di gesucht. Da der Kontakt am Tag vor dem Ausstand nicht mehr zustande kam, erfolgte der Versuch einer Klärung am Streiktag vor Betriebsbeginn. Maria Winkler teilte zunächst mit, es seien nur die Beschäftigten des Subunternehmens Schwaben Mobil Nahverkehr aufgerufen worden. Daraufhin erklärte Ingo Wortmann, dass dann die Mitarbeiter der SWU Verkehr anderweitig – außerhalb der bestreikten Schwaben Mobil – eingesetzt werden könnten. Die Begründung: Als Verleiher von Arbeitnehmern konnte die SWU Verkehr von ihren Mitarbeitern zwar nicht verlangen, während des Warnstreiks im Betrieb der Schwaben Mobil zu arbeiten. Die SWU Verkehr hatte jedoch aufgrund ihres Direktionsrechts die Möglichkeit, die eigenen Fahrer anderweitig zu disponieren. Nach gängiger Rechtsprechung bedeutet das: Der Verleiher kann, für den Fall des Streikes im Entleiherbetrieb, eine anderweitige Disposition der entliehenen Arbeitnehmer vornehmen und diese in einem anderen Betrieb einsetzen. Dies umfasst auch die Möglichkeit, den Arbeitseinsatz in einem eigenen operativen Bereich anzuordnen. Auf das Leistungsverweigerungsrecht nach § 11 Abs. 5 des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) hatte SWU Verkehr vor Beginn des Warnstreiks zudem ausdrücklich hingewiesen. Es liegt auch kein Streikbruch vor. Denn zum Zeitpunkt der Disposition war noch kein Streikaufruf für die Beschäftigten der SWU Verkehr ergangen. Der Warnstreik bei SWU Verkehr wurde erst ausgerufen, nachdem die Geschäftsführung in dem Gespräch mit Maria Winkler die Disposition bekannt gegeben hatte. Nach Ausrufen des Streikes auch bei SWU Verkehr wurde kein Arbeitnehmer mehr zur Arbeitsleistung aufgefordert. Die Darstellung von ver.di entspricht insoweit nicht den Tatsachen.

Bauleitplanverfahren beim Projekt GuD Leipheim eingleitet
12. März 2012

Bevor das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) Leipheim gebaut werden kann, müssen verschiedene Genehmigungs- und Verfahrensschritte erfolgen. Am Freitag, 9. März 2012 hat der Zweckverband Interkommunales Gewerbegebiet Landkreis Günzburg (ZIGG) nun den entscheidenden Startschuss für die Aufstellung des Bebauungsplanes gegeben.

Bei dessen 13. Verbandsversammlung stimmten die Mitglieder des Zweckverbands dem vorgelegten Aufstellungsbeschluss für den projektbezogenen (Teil-)Bebauungsplan Nr. 4 „Sondergebiete Energieerzeugung: Gas- und Dampfturbinenkraftwerk Leipheim (GuD)“ einstimmig zu. Die Bauleitplanung sieht neben der Aufstellung des Bebauungsplans auch die Anpassung der Flächennutzungspläne (FNP) des entsprechenden Gebiets vor. Schon vor wenigen Wochen hatten die Gemeinderäte in Bubesheim und die Stadträte in Leipheim die Einleitungsbeschlüsse zur Änderung der FNP für deren Flurstücke gefasst.

„Die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit in den Prozess der Bauleitplanung ist für uns selbstverständlich“, so Christian Zimmermann, Geschäftsführer des Zweckverbands. Hier werden die Bürger unter anderem über die allgemeinen Ziele und Zwecke und die voraussichtlichen Auswirkungen der Planung unterrichtet. „Die Bürger haben während des Verfahrens die Gelegenheit, sich zu äußern. Ebenso werden Behörden sowie sonstige Träger öffentlicher Belange, deren Arbeit durch die Planung berührt werden können, beteiligt“, so Zimmermann weiter.

Ziel ist es, das GuD Leipheim 2017/18 in Betrieb zu nehmen. Das flexibel einsetzbare Kraftwerk soll bis zu 1200 Megawatt Leistung erbringen. Es kann damit rund 1,2 Millionen Haushalte verlässlich mit Strom versorgen.

So soll nach dem Siegerentwurf die Brücke für die geplante Straßenbahnlinie 2 aussehen. Links die historische Neutorbrücke, im Hintergrund das SWU-Hauptgebäude.
Sieger im Wettbewerb um die neue ÖPNV-Brücke zum Kienlesberg steht fest
07. März 2012

Ausstellung im Rathaus-Foyer präsentiert ab sofort die Siegermodelle - Bürger entscheiden über den Namen der neuen Brücke 

Die Bietergemeinschaft Krebs und Kiefer (Karlsruhe) und Knight Architects (Bucks, Großbritannien) hat den Wettbewerb zur Gestaltung einer neuen ÖPNV-Brücke zum Kienlesberg gewonnen. Diese Entscheidung fällte ein elfköpfiges Preisgericht unter dem Vorsitz von Prof. Dr.-Ing. Steffen Marx (Universität Hannover, Brückenbeirat der Deutschen Bahn AG) am 7. Februar. Dabei galt es, nach einem vorgeschalteten Auswahlverfahren insgesamt sieben Wettbewerbsarbeiten zu beurteilen. „Der Siegerentwurf fügt sich mit einem eigenständigen, aber zurückhaltenden Auftritt sehr harmonisch in das Ulmer Stadtbild ein“, sagt der Jury-Vorsitzende Steffen Marx. Die neue Brücke wird vom SWU-Haus aus in Richtung der Straße „Beim Alten Fritz“ führen.

Den Denkmalschutz im Auge behalten

Der Realisierungswettbewerb ist Bestandteil der Planung der Straßenbahnlinie 2, die den Bau einer neuen Brücke zwingend erforderlich macht. Der Neubau ermöglicht die Schienenverbindung von der Wissenschaftsstadt zur Innenstadt sowie eine komfortable und schnelle Überquerung der Bahngleise durch Busse, Fußgänger und Radfahrer. „Aufgrund ihrer Maße und der unmittelbaren Nähe zur historischen Neutorbrücke hat die neue Brücke einen prägenden Einfluss auf das Stadtbild. Wir freuen uns deshalb, dass ein ästhetisch besonders gelungener Vorschlag gewonnen hat“, sagt Bürgermeister Alexander Wetzig. Die Wettbewerbsteilnehmer hatten die Aufgabe, eine detaillierte Konzeption und Vorplanung des Neubaus zu erarbeiten. Maßgebliche Beurteilungskriterien für das Preisgericht waren neben der Ästhetik und der bautechnischen Realisierbarkeit die funktionelle und nachhaltige Gestaltung des Bauwerks. Besondere Beachtung fanden dabei der Denkmalschutz sowie eine hohe Wirtschaftlichkeit im Bau, Betrieb und Unterhalt.

270 Meter lange Stahlbrücke

Der Entwurf sieht eine rund 270 Meter lange Stahlbrücke vor. „Dank der unaufdringlichen Tragwerkgestaltung ohne Hochpunkte bleibt die Sicht zum Münster sowie zur angrenzenden Neutorbrücke gewahrt“, sagt Ingo Wortmann, technischer Geschäftsführer der SWU Verkehr, und ergänzt: „Die Bietergemeinschaft Krebs und Kiefer/Knight Architects soll mit den weiteren Planungsleistungen beauftragt werden“. Abweichend von der Auslobungsunterlage entschied sich das Preisgericht einstimmig für die Vergabe eines ersten und zweier dritter Plätze. Die beiden dritten Plätze gingen an die Bietergemeinschaften Ingenieurbüro Grassl GmbH, München/Reinhart + Partner Architekten und Stadtplaner BDA, München sowie an die Mailänder Ingenieur Consult GmbH, Karlsruhe/dsp Ingenieure & Planer AG, Greifensee (Schweiz)/Eduard Imhof, dipl. Arch. ETH/SIA, Luzern (Schweiz). Der Realisierungswettbewerb war im August 2011 von der SWU Verkehr als Realisierungswettbewerb mit Vorqualifikation ausgelobt worden. Verantwortlich für die Koordination und Betreuung des Verfahrens war Drees & Sommer in Stuttgart.

Siegerentwürfe sind im Rathaus ausgestellt

Die Modelle der drei Siegerentwürfe sind ab sofort im Foyer des Ulmer Rathauses zu sehen und ergänzen damit die seit kurzem laufende Ausstellung zur Linie 2. Besucher erfahren Einzelheiten zum Realisierungswettbewerb, zu den Entwurfsplänen der Gewinner sowie zum Urteil des Preisgerichts. Die drei Modelle der Gewinner sind etwa 1,00 mal 1,80 Meter groß und vermitteln einen räumlichen Eindruck der vorgestellten Brückenentwürfe im Zusammenhang mit der unmittelbaren Umgebung. Die Ausstellung ist geöffnet montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 13 Uhr.

Ulmer Bürger geben der Brücke einen Namen

Im Rahmen des Bürgerdialogs rund um die Linie 2 rufen SWU Verkehr und die Stadt Ulm die Bürgerschaft dazu auf, der geplanten Brücke einen Namen zu geben. Dazu können die Bürger ab sofort auf der Website der Linie 2 unter www.linie2-ulm.de jeweils drei Namen vorschlagen. „Wir hoffen auf das Interesse der Bürgerschaft an diesem stadtprägenden Bauwerk und sind gespannt auf die Namensvorschläge“, sagt Ingo Wortmann. Eine Jury aus Vertretern von Stadt, SWU und anderen Repräsentanten aus der Stadt wählt die zehn besten Vorschläge aus, über die Ulms Bürger dann online abstimmen können. Unter den Teilnehmern wird eine Reise in eine europäische Straßenbahnstadt verlost.

Mitglieder des Preisgerichts

  • Alexander Wetzig, Bürgermeister Stadt Ulm
  • Ingo Wortmann, technischer Geschäftsführer SWU Verkehr GmbH
  • Prof. Dr.-Ing. Steffen Marx, Leibnitz Universität Hannover, Institut für Massivbau; Brückenbeirat Deutsche Bahn AG, Berlin
  • Prof. Dr.-Ing. Ingbert Mangerig, Universität der Bundeswehr München, Professur für Stahlbau
  • Peter Eisenlauer, Eisenlauer Voith Architekten und Stadtplaner, München
  • Otto Schultz-Brauns, Schultz-Brauns & Wild Architekten und Stadtplaner GmbH, München
  • Reinhold Eichhorn, Fraktion FWG, Stadtrat der Stadt Ulm
  • Siegfried Keppler, Fraktion CDU, Stadtrat der Stadt Ulm
  • Hartmut Pflüger, Fraktion SPD, Stadtrat der Stadt Ulm
  • Birgit Schäfer-Oelmayer, Fraktion Grüne, Stadträtin der Stadt Ulm
  • Dr. Bruno Waidmann, Fraktion FDP, Stadtrat der Stadt Ulm
Gewerbegebiet „Lehrer Feld“ wird ab 5. März durch einen Kleinbus bedient
01. März 2012

Linie 47 pendelt zwischen der Schwarzenbergstraße in Jungingen und dem Gewerbegebiet.

Ab Montag 5. März wird das Gewerbegebiet „Lehrer Feld“ nordwestlich Jungingens durch einen Kleinbus bedient. Der 24-Sitzer ersetzt das seit dem Fahrplanwechsel im Dezember eingesetzte Anruf-Sammeltaxi „Mobil SAM 7“. Der Kleinbus trägt die Liniennummer 47 und pendelt montags bis freitags zwischen der Haltestelle Schwarzenbergstraße in Jungingen und dem Lehrer Feld. Vormittags werden zwischen 5.45 Uhr und 8.25 Uhr neun Fahrten angeboten (der Bus fährt dann im 20-Minuten-Takt), nachmittags sind es zwölf Fahrten. Der letzte Bus fährt um 18.05 Uhr ab Schwarzenbergstraße. An dieser Haltestelle besteht Verbindung zur Linie 7 und damit zur Innenstadt. Die Fahrpläne der 47 und der 7 (Jungingen – Willy-Brandt-Platz über Neu-Ulm) sind aufeinander abgestimmt.

Mit dieser neuen Verbindung reagiert die SWU Verkehr auf die kurzfristig angestiegenen Fahrgastzahlen. Seit Januar 2012 wurden in Spitzenzeiten fast hundert Fahrgäste täglich gezählt, die von Jungingen aus zum Gewerbegebiet Lehrer Feld und zurück fahren wollten. Das war durch die kurz zuvor auf dieser Relation eingeführten Ruf-Sammeltaxen nicht mehr zu bewältigen. Die im Herbst 2011 gemachten Fahrgastzählungen hatten noch ein völlig anderes Bild ergeben: im Schnitt waren es damals nur etwa halb so viele Fahrgäste. Daraufhin war zum Fahrplanwechsel im Dezember das Ruf-Sammeltaxi als Verlängerung der Linie 7 – und als die wirtschaftliche Lösung – eingeführt worden. Durch die deutlich über die Prognosen angestiegene Nachfrage trägt sich nun der Kleinbus. Diese Lösung ergab sich jetzt nach einem runden Tisch, zu dem sich Vertreter der im Lehrer Feld ansässigen Firmen, Verantwortliche der SWU und RAB sowie die Junginger Ortsvorsteherin Marion Schindler getroffen hatten.

 
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