Den Denkmalschutz im Auge behalten
Der Realisierungswettbewerb ist Bestandteil der Planung der Straßenbahnlinie 2, die den Bau einer neuen Brücke zwingend erforderlich macht. Der Neubau ermöglicht die Schienenverbindung von der Wissenschaftsstadt zur Innenstadt sowie eine komfortable und schnelle Überquerung der Bahngleise durch Busse, Fußgänger und Radfahrer. „Aufgrund ihrer Maße und der unmittelbaren Nähe zur historischen Neutorbrücke hat die neue Brücke einen prägenden Einfluss auf das Stadtbild. Wir freuen uns deshalb, dass ein ästhetisch besonders gelungener Vorschlag gewonnen hat“, sagt Bürgermeister Alexander Wetzig. Die Wettbewerbsteilnehmer hatten die Aufgabe, eine detaillierte Konzeption und Vorplanung des Neubaus zu erarbeiten. Maßgebliche Beurteilungskriterien für das Preisgericht waren neben der Ästhetik und der bautechnischen Realisierbarkeit die funktionelle und nachhaltige Gestaltung des Bauwerks. Besondere Beachtung fanden dabei der Denkmalschutz sowie eine hohe Wirtschaftlichkeit im Bau, Betrieb und Unterhalt.
270 Meter lange Stahlbrücke
Der Entwurf sieht eine rund 270 Meter lange Stahlbrücke vor. „Dank der unaufdringlichen Tragwerkgestaltung ohne Hochpunkte bleibt die Sicht zum Münster sowie zur angrenzenden Neutorbrücke gewahrt“, sagt Ingo Wortmann, technischer Geschäftsführer der SWU Verkehr, und ergänzt: „Die Bietergemeinschaft Krebs und Kiefer/Knight Architects soll mit den weiteren Planungsleistungen beauftragt werden“. Abweichend von der Auslobungsunterlage entschied sich das Preisgericht einstimmig für die Vergabe eines ersten und zweier dritter Plätze. Die beiden dritten Plätze gingen an die Bietergemeinschaften Ingenieurbüro Grassl GmbH, München/Reinhart + Partner Architekten und Stadtplaner BDA, München sowie an die Mailänder Ingenieur Consult GmbH, Karlsruhe/dsp Ingenieure & Planer AG, Greifensee (Schweiz)/Eduard Imhof, dipl. Arch. ETH/SIA, Luzern (Schweiz). Der Realisierungswettbewerb war im August 2011 von der SWU Verkehr als Realisierungswettbewerb mit Vorqualifikation ausgelobt worden. Verantwortlich für die Koordination und Betreuung des Verfahrens war Drees & Sommer in Stuttgart.
Siegerentwürfe sind im Rathaus ausgestellt
Die Modelle der drei Siegerentwürfe sind ab sofort im Foyer des Ulmer Rathauses zu sehen und ergänzen damit die seit kurzem laufende Ausstellung zur Linie 2. Besucher erfahren Einzelheiten zum Realisierungswettbewerb, zu den Entwurfsplänen der Gewinner sowie zum Urteil des Preisgerichts. Die drei Modelle der Gewinner sind etwa 1,00 mal 1,80 Meter groß und vermitteln einen räumlichen Eindruck der vorgestellten Brückenentwürfe im Zusammenhang mit der unmittelbaren Umgebung. Die Ausstellung ist geöffnet montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 13 Uhr.
Ulmer Bürger geben der Brücke einen Namen
Im Rahmen des Bürgerdialogs rund um die Linie 2 rufen SWU Verkehr und die Stadt Ulm die Bürgerschaft dazu auf, der geplanten Brücke einen Namen zu geben. Dazu können die Bürger ab sofort auf der Website der Linie 2 unter www.linie2-ulm.de jeweils drei Namen vorschlagen. „Wir hoffen auf das Interesse der Bürgerschaft an diesem stadtprägenden Bauwerk und sind gespannt auf die Namensvorschläge“, sagt Ingo Wortmann. Eine Jury aus Vertretern von Stadt, SWU und anderen Repräsentanten aus der Stadt wählt die zehn besten Vorschläge aus, über die Ulms Bürger dann online abstimmen können. Unter den Teilnehmern wird eine Reise in eine europäische Straßenbahnstadt verlost.
Mitglieder des Preisgerichts
- Alexander Wetzig, Bürgermeister Stadt Ulm
- Ingo Wortmann, technischer Geschäftsführer SWU Verkehr GmbH
- Prof. Dr.-Ing. Steffen Marx, Leibnitz Universität Hannover, Institut für Massivbau; Brückenbeirat Deutsche Bahn AG, Berlin
- Prof. Dr.-Ing. Ingbert Mangerig, Universität der Bundeswehr München, Professur für Stahlbau
- Peter Eisenlauer, Eisenlauer Voith Architekten und Stadtplaner, München
- Otto Schultz-Brauns, Schultz-Brauns & Wild Architekten und Stadtplaner GmbH, München
- Reinhold Eichhorn, Fraktion FWG, Stadtrat der Stadt Ulm
- Siegfried Keppler, Fraktion CDU, Stadtrat der Stadt Ulm
- Hartmut Pflüger, Fraktion SPD, Stadtrat der Stadt Ulm
- Birgit Schäfer-Oelmayer, Fraktion Grüne, Stadträtin der Stadt Ulm
- Dr. Bruno Waidmann, Fraktion FDP, Stadtrat der Stadt Ulm