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VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck
Interview mit VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck
11. November 2014

Herr Reck, wie beurteilen Sie die derzeitige Situation auf dem deutschen Gasmarkt – gerade in Bezug auf den Ukraine-Russland-Konflikt?

Ich verstehe die Sorge vieler Menschen. In der gegenwärtigen Situation in der Ukraine sehe ich aber keine direkte Gefahr für Lieferunterbrechungen.  Selbst während des kalten Krieges waren die Gaslieferungen nie unterbrochen.  Viele kommunale Unternehmen haben außerdem mit Gasspeichern vorgesorgt. Nichts desto trotz bedarf es weiterer Anstrengungen, die Importabhängigkeit der EU von Gas zu verringern. Nach Angaben der EU-Kommission werden derzeit mehr als 50 Prozent des Energiebedarfs in der EU durch ausländische Lieferanten gedeckt. Der Ukraine-Russland-Konflikt macht mehr als deutlich, dass Versorgungssicherheit gemeinsame Herausforderung der EU ist!

Sollte Russland den Gashahn wirklich zudrehen, welche Konsequenzen für Deutschland wären mit einem solchen Embargo verbunden?

Zur Gewährleistung der Gasversorgungssicherheit gibt es wirksame Notfall- und Präventionspläne durch die deutschen Behörden für den Krisenfall. Deutschland hat außerdem die größten Erdgasspeicher der EU, mit ca. 24 Milliarden Kubikmetern, um Krisen zu überstehen.

Langfristig betrachtet muss die Abhängigkeit von Energieimporten in Europa reduziert werden, um die Versorgungssituation krisenfester zu machen. Ich sehe hier vor allem zwei Stellschrauben: Die Steigerung der Energieeffizienz und die Energieerzeugung. In Bezug auf die Energieerzeugung braucht es einen für alle Mitgliedstaaten verbindlichen europäischen Ausbaupfad – wir brauchen  positive Signale für mehr Investitionen in erneuerbare Energiequellen in Deutschland und Europa! Zur Steigerung der Energieeffizienz muss der Energiedienstleistungsmarkt weiter ausgebaut werden. Unter anderem müssen dafür die bestehenden Rahmenbedingungen geändert werden. Wir benötigen hier gleiche Ausgangsvoraussetzungen für alle, ein sogenanntes Level-Playing-Field. Das bedeutet, dass es auch den kommunalen Energieversorgungsunternehmen möglich ist, sich entsprechend ihrer Stärken im Energiedienstleistungsmarkt zu entfalten. Das ist heute nicht der Fall. So werden zum Beispiel kommunale Energieversorgungsunternehmen von einer Reihe von Förderprogrammen ausgeschlossen. Ebenfalls muss der bestehende Instrumentenmix durch neue Instrumente ergänzt werden. Der VKU schlägt unter anderem vor, den bestehenden Energiedienstleistungsmarkt um ein wettbewerbliches, dezentrales Ausschreibungsmodell zu ergänzen.

Europaweite Versorgungssicherheit schließt auch den Netzausbau ein. Um die erneuerbaren Energien erfolgreich ins Netz einspeisen zu können, muss der Aus- und Umbau der Energieinfrastruktur stärker forciert werden. Insbesondere auf der Verteilnetzebene, wo derzeit der Großteil der EE-Anlagen einspeist. Aber auch der Ausbau der grenzüberschreitenden Energienetze ist eine wichtige Voraussetzung, um grenzüberschreitende Strom- und Gasflüsse zu erhöhen.

Sind Befürchtungen eines kompletten Gasausfalls durch einen russischen Importstopp also berechtigt?

Nein, ich halte solche Szenarien für unrealistisch.

Gerade mittelständische Betriebe sind auf eine stabile und sichere Versorgung – auch bei Strom - angewiesen. Müssen sich diese Unternehmen auf Veränderungen einstellen?

Die Energieversorgungssicherheit ist die Basis für Wirtschaft und Gesellschaft. Menschen und Unternehmen müssen unabhängig von politischen Verhältnissen darauf vertrauen können, zuverlässig mit Energie versorgt zu werden. Die Versorgungssicherheit sehe ich momentan nicht gefährdet. Wir brauchen aber Reformen in einigen Bereichen, um sie auch künftig zu sichern. Ich erinnere hier nur an die Situation von hochmodernen, konventionellen Kraftwerken, die auch dann Strom liefern, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. Sie stehen momentan vor großen wirtschaftlichen Problemen. Hier muss es Veränderungen geben, wie zum Beispiel die Einführung eines Kapazitätsmarktes.


Änderungen der gesetzlichen Strompreisbestandteile in 2015
30. Oktober 2014

Zum Jahreswechsel werden sich eine Reihe von gesetzlichen Strompreisbestandteilen ändern. Während die EEG-Umlage auf 6,170 Cent pro Kilowattstunde sinken wird, kommt es bei anderen Umlagen teilweise zu Preissteigerungen.

Eine Übersicht über die ab dem 1. Januar 2015 geltenden Umlagen und Steuern und Erläuterungen finden Sie hier.


2015: EEG-Umlage sinkt
15. Oktober 2014

Ab 1. Januar 2015 sinkt die EEG-Umlage um 0,070 Cent pro Kilowattstunde von 6,240 Cent pro Kilowattstunde auf 6,170 Cent pro Kilowattstunde.

Mit der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Umlage) wird die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien, wie beispielsweise Photovoltaik, Wasserkraft und Windenergie, staatlich gefördert. Am 1. August 2014 trat die EEG-Novelle in Kraft. Für Unternehmen ist – ab einem Stromverbrauch ab 1 Million Kilowattstunden – weiterhin eine ermäßigte EEG-Umlage möglich. Die mögliche Entlastung ist jedoch an bestimmt Branchen und Kriterien geknüpft.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Ihren Ansprechpartnern.


EEG-Reform tritt zum 1. August in Kraft
14. Juli 2014

Die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ist verabschiedet. Am vergangenen Freitag hat nun auch der Bundesrat die Reform gebilligt. Vorbehaltlich der Notifizierung durch die EU tritt die EEG-Reform wie geplant am 1. August 2014 in Kraft. Auch für Unternehmen gibt es eine Reihe von Neuerungen, insbesondere in Bezug auf

  • die Beantragung einer reduzierten EEG-Umlage
  • Eigenerzeugungsanlagen

Kann ein Unternehmen weiterhin eine Reduzierung der EEG-Umlage beantragen?

  • Im Kern entlastet die Gesetzesneuerung weiterhin energie- und handelsintensive Unternehmen. Die mögliche Entlastung ist jedoch an bestimmte Branchen und Kriterien geknüpft.

  • Der Verbrauch bis eine Gigawattstunde (entspricht einer Million Kilowattstunden) wird weiterhin mit dem regulären EEG-Umlagensatz versehen. Erst für die darüber hinausgehende Strommenge kann ein ermäßigter Satz beantragt werden.

  • Die Antragsfrist wird nur in diesem Jahr bis zum 30. September 2014 verlängert.

  • Betriebe, die die neuen Kriterien nicht mehr erfüllen, können im Rahmen einer Übergangs- und Härtefallbestimmung gegebenenfalls weiter eine verminderte Umlage beantragen.


Was ändert sich in Bezug auf Eigenerzeugung?

Generell wird die Befreiung von der EEG-Umlage bei selbst verbrauchtem Strom abgeschafft.


Ausgenommen sind folgende Fälle:

  • Bestandsanlagen zur Eigenerzeugung (Inbetriebnahme vor August 2014)

  • Kraftwerkseigenverbrauch

  • Autarke Erzeuger sowie Eigenstrom aus Kleinanlagen (max. 10 kW Leistung, max 10 MWh/a)

  • Bei der Eigenversorgung aus Erneuerbare-Energien-Anlagen oder neuen hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen muss eine verminderte EEG-Umlage gezahlt werden. Der reduzierte Umlagensatz beträgt 30 Prozent der jeweils gültigen EEG-Umlage für 2015 und 35 Prozent für 2016. Anlagen, die in diesen Jahren oder später in Betrieb genommen werden, müssen ab 2017 dann 40 Prozent bezahlen.


(alle Angaben ohne Gewähr; Quelle: Nicht-amtliche Lesefassung des EEG in der ab 1. August 2014 geltenden Fassung, veröffentlicht auf der Internetseite des BMWI, www.bmwi.de)


Weitere Informationen erhalten Sie bei Ihren Ansprechpartnern Unsere Experten beraten Sie gerne. Antworten zu häufig gestellten Fragen finden Sie auch auf der Internetseite dem BMWI.


Hannes Rösch und Daniel Fetzer
Wechsel im Geschäftskundenvertrieb
27. Juni 2014

Ende Juni verlässt der bisherige Leiter des Geschäftskundenvertriebes, Daniel Fetzer, die SWU. Hannes Rösch, der zuvor als Geschäftskundenberater der SWU tätig war, wird als sein Nachfolger die Leitung des Geschäftskundenvertriebes übernehmen. Er und sein Beraterteam führen den gewohnt guten Service der SWU weiter fort.


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